Durchweg elektrisch: neue Kleintransporter für die Stadt

Veröffentlichungsdatum: , Lorenz Wieland

Elektrokompakttransporter Sevic V500e. Fotos: Lorenz Wieland

Nach zwei Jahren Corona mit stark gestiegenen Auslieferungen von Online-Shops setzen viele Nutzfahrzeughersteller auf elektrische Lösungen für die letzte Meile in Null-Emissions-Zonen in der Stadt – darunter einige interessante neue Kompakttransporter, die auf der diesjährigen Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in Hannover vorgestellt wurden.

Sevic – Aufbau mit Gabelstapler wechselbar

Sevic Systems präsentierte als Neuheit seinen Elektrokompakttransporter Sevic V500e mit den Außenmaßen 1,37 mal 3,70 Meter für die letzte Meile, der auch mit einer Pritsche zu haben ist. Clou dabei ist das „Cargo-Swap-System“, bei dem sich der Aufbau komplett per Gabelstapler austauschen lässt. Dabei entriegelt die Staplergabel den Aufbau, der dann über einen Hebel im Fahrerhaus freigegeben wird. Mit einer in seiner Klasse als führend hervorgehobenen Reichweite von bis zu 300 Kilometern sei das Fahrzeug perfekt für den Einsatz in städtischen Umgebungen geeignet.

Die Zuladung des in drei Batteriegrößen erhältlichen V500e beträgt zwischen 576 und 676 Kilogramm. Bei der Entwicklung des bis zu 80 km/h schnellen V500e wurde viel Wert auf eine große Anwendungsvielfalt und Skalierbarkeit gelegt. Zur Auswahl gibt es verschiedene Aufbauten: Boxen mit unterschiedlichen Optionen, wie etwa Schiebe-, Roll- oder Klapptüren, und ergänzend verschiedene Pritschen. Die Standardvariante des V500e hat eine Batterie mit 16,5 Kilowattstunden (kWh) und bis zu 150 Kilometer Reichweite; das Long-Range-Modell schafft mit seiner 33-kWh-Batterie bis zu 300 Kilometer Reichweite. Sevic kooperiert mit den rund 570 freien Werkstätten des G.A.S.-Netzwerks.

Cenntro Metro mit wechselbaren Aufbauten

Als leichtes Nutzfahrzeug im urbanen Umfeld mit wechselbaren Aufbauten beschreibt der Hersteller Cenntro aus Herne seinen auch für den Kommunalbereich und mit Pritsche oder Kipper angebotenen Kompakttransporter Metro. Der in Deutschland gefertigte, 1,40 Meter breite und 3,70 Meter lange Elektrotransporter hat mit einem Batterie-Pack bis 121 Kilometer Reichweite WLTP und mit zwei bis 229 Kilometer Reichweite. Es gibt ihn mit einer Ladefläche für zwei Europaletten plus Gerätebox und mit bis fünf Kubikmeter Ladevolumen.

Duracar – zusammengebaut aus Modulen

Ebenfalls für die letzte Meile in städtischen Null-Emissions-Zonen konzipiert und auch mit Pritschenaufbau zu haben, ist der Duracar, ein wendiger (4,50 Meter Wenderadius) Leichtelektro-Kleintransporter. Der gleichnamige niederländische Hersteller will in dem Modell gleich mehrere neue Ansätze umgesetzt haben. So wird der 1,49 Meter breite, knapp 3,70 Meter lange Kompakttransporter mit seinem ungewöhnlich hohen, komfortablen Fahrerhaus arbeitssparend in Modulbauweise hergestellt. Dies erfolgt zudem auch in Mikrofabriken in Lizenz sowie in einer größeren Produktionseinheit in den Niederlanden. Innovative Ergänzungen, die sich bereits in der Entwicklung befinden, sind eine austauschbare Batterie und Ladebox sowie ein thermoplastisches Fahrgestell. Eine Besonderheit ist auch die hohe Kopffreiheit in der Fahrerkabine.

Der Duracar sei von Grund auf in Zusammenarbeit mit wichtigen Liefer- und Transportunternehmen entwickelt worden. In der Ausführung mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 85 Stundenkilometern (auf Wunsch bis 130 Stundenkilometer) reicht der Aktionsradius bis 150 Kilometer, das Gewicht von Chassis und Batterie liegt dabei bei 875 Kilogramm und die Nutzlast bei einer Tonne. Mit größerer Batterie liegt die Reichweite bei rund 250 Kilometer.


► Noch mehr neue Nutzfahrzeuge finden Sie in der TASPO 49/2022.

 

Cookie-Popup anzeigen