Erneute ALB-Funde in Magdeburg

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Nachdem die Quarantänezone in Magdeburg im November 2021 erst wegen Unauffälligkeiten verkleinert werden konnte, Foto: LLG

2014 tauchte der als Quarantäneschädling eingestufte Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) erstmals im Magdeburger Stadtteil Rothensee auf. Im November 2021 wurde die Quarantänezone erst verkleinert, wie jetzt bekannt wurde, wurde bei Monitoringarbeiten erneut ein weibliches Exemplar des Schädlings gefunden.  

Weiblicher ALB und Larve gefunden

Innerhalb der im November im Rahmen der Neufassung der Allgemeinverfügung durch die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) verkleinerten Quarantänezone tauchte am 22. August 2022 erneut ein weiblicher ALB in einer Pheromonfalle im Wiesenpark auf. Die Falle befand sich im nordöstlichen Bereich der Quarantänezone und damit unweit der letzten ALB-Fallenfänge in diesem Gebiet aus den Jahren 2018 und 2020. Nach dem Fund wurden unmittelbar die Monitoringmaßnahmen intensiviert. Einen Tag später wurden an einer Weide typische ALB-Symptome festgestellt. Die Untersuchungen förderten in einem eine ALB-typische Larve zu Tage, die unverzüglich an das Nationale Referenzlabor des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig (JKI) zur PCR-Analyse überstellt worden war. Der Verdacht wurde daraufhin bestätigt.

Flugphase hält witterungsbedingt an

Anschließend waren Mitarbeiter mit Bodenmonitoring, Seilkletterer in den Bäumen und eine Drohne des JKI im Einsatz, um befallsverdächtige Bäume zu untersuchen. Auch an diesen Bäumen wurden Larven entdeckt, die aufgrund ihrer morphologischen Merkmale bereits eindeutig als ALB identifiziert werden konnten, was dann auch durch das Labor des JKI bestätigt werden konnte. Die Flugphase des ALB hält laut LLG auch aktuell noch an, die Witterungsbedingungen seien demnach dafür ideal. Es bestehe daher akute Gefahr, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich weitere Käfer ausbohren und eine weitere Verbreitung der Art stattfindet. Die befallen Bäume wurden gemäß der EU-Regeln gefällt, ebenso wie potentielle Wirtsbäume im unmittelbaren Umfeld. Das anfallende Holz wird vor Ort zerkleinert und unter Aufsicht der LLG in abgeschlossenen Containern zur thermischen Verwertung transportiert. Weitere Fällzonen werden jetzt durch die LLG eingerichtet, um eine Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.

Weiterer Befall vermutet

Im Bereich des Neustädter Sees wird zudem ein weiterer Befall vermutet, da hier 2021 ein Fallenfang registriert, aber die Herkunft noch nicht gefunden werden konnte. Das Monitoring werde demnach nochmals intensiviert. Aktuell werde auch der Einsatz von Spürhunden in schwer zugänglichen Gebieten geprüft. Der Einsatz könne gegebenenfalls noch im September stattfinden. Durch den aktuellen Befall ist die aktuell 49 Quadratkilometer große Quarantänezone für weitere vier Jahre bis 2026 aufrechtzuerhalten, weshalb auch die Allgemeinverfügung der LLG bis Ende des Jahres überarbeitet werden muss.       

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