„Falsches Signal“: Bund streicht Investitionspakt Sportstätten

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Die Fördermittel aus dem Investitionspakt können unter anderem für die bauliche Sanierung und den Ausbau von Sportstätten bewilligt werden. Symbolbild: Alexander Fox/Pixabay

Der Bund-Länder-Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten soll über 2022 hinaus nicht fortgeführt werden. Kritik an dieser Entscheidung übt unter anderem der BGL, der die komplette Streichung der Fördermittel für „ein völlig falsches Signal“ hält.

2022 Fördermittel in Höhe von 110 Millionen Euro

Seit 2020 unterstützen Bund und Länder mit dem die Städtebauförderung ergänzenden „Investitionspakt Sportstätten“ Städte und Gemeinden dabei, Sportstätten unter Berücksichtigung von Umwelt- und Klimaschutz-Aspekten zukunftsfähig, nachhaltig und modern zu entwickeln. Im ersten Förderjahr betrug das Volumen des durch die jährliche Bund-Länder-Verwaltungsvereinbarung umgesetzten Investitionspakts 150 Millionen Euro, 2021 und 2022 jeweils 110 Millionen Euro. Gefördert werden Sportstätten als bauliche Anlagen, „die primär der Ausübung des Sports dienen, einschließlich ihrer typischen baulichen Bestandteile und zweckdienlichen Folgeeinrichtungen“, wie es dazu seitens des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen heißt.

Bundesregierung will Investitionspakt Sportstätten kippen

Ursprünglich mit einer Laufzeit bis 2024 geplant, sollen die Fördermittel voraussichtlich in diesem Jahr zum letzten Mal zur Verfügung stehen. Die Ampel-Koalition begründet die Entscheidung, den von der Vorgängerregierung beschlossenen Investitionspakt Sportstätten nicht fortzuführen, mit der schwierigen Haushalts- und Finanzlage. Die Fördermittel komplett zu streichen, hält der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) allerdings für falsch. „Die Städte und Gemeinden brauchen Verlässlichkeit, wenn es um Sanierungsvorhaben geht. Auch wenn dieses Förderprogramm noch von der alten Bundesregierung aufgelegt wurde, kann es nicht angehen, dieses jetzt aus politischen Gründen zu kippen“, so BGL-Präsident Lutze von Wurmb.

Bundesbauministerium verweist auf Bundesprogramm SJK

Das zuständige Bundesbauministerium verweist laut BGL in diesem Zusammenhang auf das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SJK), das für 2022 mit 476 Millionen Euro ausgestattet sei und dessen Schwerpunkt mit rund 80 Prozent des Gesamtvolumens auf der energetischen Sanierung kommunaler Sportstätten liegen soll. „Das Bundesprogramm SJK geht in die richtige Richtung. Der BGL wird dennoch gegenüber der Bundespolitik vehement auf Nachbesserungen drängen“, so von Wurmb. Denn neben der energetischen Sanierung müsse Grün eine zentrale Rolle spielen. „Nur mit Gebäudebegrünung und entsprechenden Außenanlagen leisten kommunale Sportstätten einen Beitrag zur lokalen Klimaanpassung.“

Darüber hinaus müsse der Bund den Kommunen einen deutlichen Anreiz für Investitionen bieten und dafür höhere Fördersätze vorsehen, so der BGL-Präsident. „Denn gute Sportstätten sind für die Bevölkerung, besonders Kinder und Jugendliche, für den Erhalt ihrer Gesundheit unverzichtbar.“

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