Friedhof: „Viele Pflanzen haben gelitten“

Veröffentlichungsdatum: , Therese Backhaus-Cysyk

Die Treuhandstellen zogen im Herbst Bilanz und stellten viele Trockenschäden fest. Foto: Aeternitas

Die Einhaltung der Dauergrabpflege-Verträge wird regel¬mäßig vor Ort kontrolliert – laut Umfragen ist dies für viele Kunden sehr wichtig. Wie sehen Treuhandstellen landauf, landab die aktuelle Situation? Resümee eines schwierigen Sommers.

„Trockenschäden bei den Rahmenbepflanzungen“

„An den Grabstätten beobachten wir häufiger als früher Trockenschäden bei den Rahmenbepflanzungen. Aber auch das Rahmengrün der Friedhöfe leidet. Wir gehen in den kommenden Jahren von sehr hohen Verlusten bei den Laubbäumen aus“, berichtet Martin Walser, Rheinische Treuhandstelle für Dauergrabpflege (Oberhausen).

„Auffällig ist in der letzten Zeit die wachsende Zahl an Senkschäden“, berichtet Joachim Meyer-Rehberg, Dauergrabpflege Nord (Bremen). „Wir führen das auf die erhöhten Niederschlagsmengen in den Wintermonaten und dann in der Folge die hohe Austrocknung zurück. Darüber hinaus sind immer wieder auch kleinere Hitzeschäden an Pflanzen zu beobachten, die – trotz ausreichender Wasserversorgung – durch die enorm hohen Temperaturen entstehen.“

„Zunehmende Probleme mit der Wechselbepflanzung – teils sogar bei Begonia semperflorens, die regelrecht verkocht wurden“, sieht Stefan Friedel, Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen (Frankfurt am Main). „Zunehmend leiden auch die Rahmenbepflanzung und die Bodendecker – ohne gießen sind auch alte Anpflanzungen kaum noch lebensfähig.“ Die Gießarbeiten führten dazu, dass Betriebe mit vielen anderen Arbeiten nicht mehr, wie gewohnt, fertig geworden sind. „Vor allem Schnittarbeiten sind im Rückstand sowie Grabneuanlagen“, zeigt Friedel auf.

Neupflanzungen verschoben

Uwe Stapelmann, Treuhandstelle für Dauergrabpflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt (Hannover) beobachtet einen zum Teil etwas späteren Start der Herbstbepflanzung. „Die Gründe sind vielfältig: etwa durch Corona-Erkrankungen unter den Mitarbeitern. Die Sommerbepflanzung wurde bewusst länger stehen gelassen, da viele Pflanzen aufgrund der milden Witterung noch sehr gut aussahen. Allerdings haben Bodendecker trotz regelmäßiger Gießgänge sehr gelitten, wenn eine direkte Sonneneinstrahlung bestand. Grabneuanlagen wurden zeitlich vermehrt nach hinten geschoben, da das Wetter nichts anderes zuließ“, ergänzt Stapelmann.

Kostenfreie Aufnahme – Partner gesucht

Die Treuhandstellen schauen mit Sorge auf die sinkende Anzahl an Partnerbetriebe, die Dauergrabpflege vor Ort ausführen, berichtet Uwe Stapelmann. „Wir freuen uns, wenn weitere Betriebe, die die Dauergrabpflege in Verbindung mit der Treuhandstelle noch nicht anbieten, Kontakt zu uns aufnehmen, um ebenfalls als Partnerbetrieb geführt zu werden. Die Aufnahme ist kostenfrei. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail email(at)treuhandstelle.info melden. Im Treuhand-stellen-Verbund Bremen/Kiel, Lübeck, HH und Niedersachsen/Sachsen-Anhalt wurde eine Projektkasse gegründet, die ausbildende Betriebe finanziell unterstützt. Über in-zukunft-grün.de können diese ihren Bedarf kostenfrei einstellen.

Zu weiteren aktuellen Themen sprechen die Treuhandstellen in der Friedhofskultur 1/2023.

 

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