Gartenbaubedarf: Limera strebt an die Spitze

Veröffentlichungsdatum: , Stefan Brunn, freier Journalist (Agentur IMKIS) / TASPO Online

Die Gesellschafter und Geschäftsführer der neu firmierten Limera Gartenbauservice GmbH & Co. KG (v. l.): Dr. Helmut Linssen, Mart Verheijen, Tom Kollbach, Georg Kurz und Christoph Kempkes. Foto: RWZ/Merulin

Unter dem Namen Limera soll in den kommenden Jahren der leistungsstärkste Gartenbau-Anbieter Deutschlands entstehen. Dieses Ziel nannten die Gesellschafter der am 1. Januar 2023 startenden GmbH & Co. KG vergangene Woche in einer Pressekonferenz. Die Limera Gartenbauservice GmbH & Co. KG entsteht aus einer Fusion der RWZ-Tochter Raiffeisen Gartenbau und des Merulin Gartenbauservice.

Limera setzt auf Wachstum – organisch und durch Zukäufe

Mit rund 100 Mitarbeitern werde Limera Gartenbauservice vom Start weg zu einem der führenden Gartenbaubedarfshändler in Deutschland. Geschäftsführer werden Tom Kollbach (bisher Merulin) und Georg Kurz (bisher Raiffeisen Gartenbau). „Wir setzen auf Wachstum – organisch und durch Zukäufe“, gibt Helmut Linssen das Ziel vor. Der ehemalige NRW-Finanzminister war bisher mit seiner Familie Mehrheitsgesellschafter bei Merulin und ist nun auch Gesellschafter bei Limera. Die beiden anderen Gesellschafter sind die niederländische Mertens Holding und Raiffeisen Gartenbau, eine Tochter der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ). Der Name „Limera“ leitet sich ab von Linssen, Mertens und Raiffeisen. Limera wird nach der Fusion acht Standorte haben, sieben in Nordrhein-Westfalen (NRW) und einer in Thüringen.

„Kein Zusammenschluss aus Schwäche“

„Wir haben aber definitiv keine Restrukturierungsabsichten im Sinne von Personalabbau, im Gegenteil“, erklärt der RWZ-Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes: „Das ist kein Zusammenschluss aus Schwäche.“ Den beteiligten Betrieben gehe es wirtschaftlich ausgesprochen gut, die Umsätze seien in den letzten Jahren erheblich gewachsen. „Aber gerade, wenn es gut geht, muss man überlegen, wie man in die Zukunft kommt.“ Und hier sehen Kempkes als auch Linssen große Herausforderungen, die man mit nur gebündelten Kräften bewältigen könne.

Die wichtigsten dieser Herausforderungen, so Kempkes, seien die Entwicklung beim Klima, Ukraine-Krieg beziehungsweise Gasmangel, das regulatorische Umfeld und der Trend der Branche zur Konzentration größerer Betriebe. Hinzu kämen eine schwindende Reputation der Landwirtschaft und damit einhergehend die Schwierigkeit, neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

Stärkere Position wichtigster Grund für die Fusion

Wichtigster Grund für die Fusion sei allerdings eine stärkere Position beim Einkauf, betont Kempkes: Daneben gebe es zwei weitere große Ziele: Erstens Nachhaltigkeit und damit verbunden das Schonen von Ressourcen und Betriebsmitteln, leistbar nur durch größere Expertise bei digitalen Steuerungsinstrumenten. Ein wichtiges Beispiel hierfür sind etwa fortschrittlichere Bewässerungstechnologien. Zweitens mehr Optionen bei der Individualisierung von Produkten. „Früher gab es unsere Blumentöpfe nur in Schwarz und Braun. Heute verlangen die Kunden dieses Sortiment viel ausdifferenzierter, mit ‚Merry Christmas‘-Aufdruck oder in bunten Farben zu Ostern.“

Konzentration auf den deutschen Markt

Die neue Allianz hat sich ambitionierte Wachstumsziele gesetzt, ohne sich auf konkrete Umsatzzahlen festzulegen. „Das hängt ja auch von unserem Wachstum durch Zukäufe ab“, erklärt Linssen. Man sei bereits in aussichtsreichen Verhandlungen – allerdings werde es bei den drei Partnern als Träger des Unternehmensdachs bleiben. Auch ziele Limera nur auf den deutschen Markt ab, obwohl die niederländische Mertens-Holding beteiligt ist. „Limera hat zwar geografisch jetzt einen größeren Bereich und viel Potenzial“, so Mertens-Geschäftsführer Mart Verheijen. „Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt aber eher, dass die niederländischen Kunden wenig im deutschen Gartenbau einkaufen – umgekehrt schon eher.“

RWZ mit weiteren Ambitionen im Gartenbau

Die RWZ hegt darüber hinaus weitere Ambitionen im Gartenbau, wie unter anderem der im Juli begonnene Bau eines neuen Agrartechnik-Zentrums in Wipperfürth belegt. Die Planung für den Neubau, der voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 in Betrieb genommen werden soll, umfasst auch ein Kompetenzzentrum für Forst- und Gartenbautechnik für Profis und private Kunden. Neu hinzukommen soll am Standort Wipperfürth außerdem eine große Ausstellungsfläche für Kleingeräte, kündigt die RWZ an.

Daneben bündelt die RWZ nach eigenen Angaben ihre Aktivitäten in der Pfalz und hat deshalb ihre dort ansässigen Unternehmen umstrukturiert – die Maurer Parat GmbH wurde mit der Raiffeisen Warenhandelsgesellschaft Südpfalz mbH zusammengelegt, beide Unternehmen firmieren seit dem 1. September gemeinsam unter dem Namen Raiffeisen Agrarhandel Pfalz GmbH. Beteiligt an dem neuen Gesamtunternehmen ist auch die Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG.

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