Gartenbauliche Produktion nicht berücksichtigt
Vor der ersten Verlängerung des Lockdowns im Januar hat die Bundesregierung bekannt gegeben, dass die Überbrückungshilfe III verbessert und vereinfacht werde (TASPO Online berichtete). Zudem wurde dort verderbliche Saisonware im Einzelhandel berücksichtigt. Was allerdings keinerlei Berücksichtigung fand, war die gartenbauliche Produktion, die eben diese verderblichen Saisonwaren herstellt und an den Einzelhandel vertreibt. Laut ZVG bestehe hier dringender Nachregelungsbedarf. „Insbesondere vor dem Hintergrund des verlängerten Lockdowns steigt der Druck in den Betrieben“, weiß Bertram Fleischer, ZVG-Generalsekretär. Er befürchte zudem, dass den zumeist mittelständischen Unternehmen der deutschen Zierpflanzproduktion und des gärtnerischen Fachhandels eine Entsorgung ihrer Ware auf dem Kompost drohe.
Regelungslücken sollen geschlossen werden
Bislang sind in der Überbrückungshilfe III des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums handelsrechtliche Abschreibungen auf nicht verkäufliche Saisonware bei den Fixkosten berücksichtigt. Da auch Blumen und Pflanzen als verderbliche Saisonware gilt, müsse auch die Produktion dieser Waren berücksichtigt werden, fordert der ZVG. Produktionskosten müssen demnach ausgeglichen werden, da die Waren nicht zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden können. Hier nimmt der Verband Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier in die Pflicht, der angekündigt habe, etwaige Regelungslücken schließen zu wollen. „Wir nehmen Bundeswirtschaftsminister Altmaier beim Wort und erwarten, dass er den Gartenbau bei der Überbrückungshilfe in den Blick nimmt und wie angekündigt, die Regelungslücken bei der Saisonware schließt“, so Fleischer.
Zierpflanzenbau auf Unterstützung angewiesen
Vor dem Hintergrund des nahenden Frühjahrs, in dem der Absatz von Blumen und Pflanzen stets ein starkes Saisongeschäft ist, sei die Schließung der Regelungslücke für viele Betriebe der gartenbaulichen Produktion sehr wichtig. In vielen Betrieben werden seit Monaten Pflanzen herangezogen, wodurch auch Kosten entstehen. Diese beinhalten Kosten für Energie, Arbeitskraft und unterschiedliche weitere Produktionsmittel. Diese angefallenen Kosten seien bei geschlossenen Absatzkanälen auszugleichen, da die Produkte nicht für einen späteren Verkauf ins Lager gestellt werden können. Des Weiteren betont der ZVG, dass deutsche Zierpflanzenbau keinerlei Förderungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union erhalte und sich dem ausgeprägten internationalen Wettbewerb seit Jahren erfolgreich stelle. Man sei bei der andauernden Krise nun aber auf Unterstützung angewiesen.