Illegaler Cannabis-Anbau auf dem Vormarsch?

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Cannabis soll laut Koalitionsvertrag in naher Zukunft legalisiert werden, aktuell ist der Anbau aber noch strafbar. Dennoch scheint die Nachfrage nach der berauschenden Pflanze größer zu werden. In mehreren Gebieten in ganz Deutschland entdeckte die Polizei kürzlich größere illegale Plantagen.

Plantage mit 1.005 Pflanzen entdeckt

Der Polizei in Marburg scheint ein dicker Fisch ins Netz gegangen zu sein. Wie die Polizeidirektion gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft bekannt gab, haben die Beamten Mitte November in einem Wohnhaus eine Indoor Cannabis-Plantage mit insgesamt 1.005 Pflanzen entdeckt. Dabei wurde mehreren Hinweisen auf Cannabisgeruch nachgegangen. In dem Wohnhaus nahm die Polizei schließlich zwei Männer fest, denen der gewerbsmäßige Anbau und Handel mit Betäubungsmitten vorgeworfen wird. Neben den über 1.000 Pflanzen wurden zudem hochwertiges Anbauequipment und diverse Handys beschlagnahmt. Die illegale Plantage wurde auf drei Etagen des baufälligen Hauses betrieben. Erst nachdem der Energieversorger die Stromzufuhr kappte, sei ein sicherer Zugang zum, Haus möglich gewesen. Die Beamten schätzten den Straßenverkaufswert der Ernte auf rund 250.000 Euro pro Anbauzyklus, von denen bis zu drei pro Jahr möglich seien.

Weitere Plantage in Viersen in Industriehalle

Auch in Viersen hob das Rauschgiftkommissariat nach einem Hinweis eine große illegale Cannabisplantage aus. In einer Industriehalle am Schiefbahner Bahnhof fanden die Beamten samt Rauschgiftspürhund der Polizei Mönchengladbach eine beachtliche Plantage. Auch hier gingen die vermeintlichen Gärtner hochprofessionell vor und bauten in der Halle eine zweite Halle mit Belichtungs- und Belüftungsanlage, in der die Polizeit dann ebenfalls über 1.000 Cannabispflanzen sicherstellte. Zwei Tatverdächtige albanischer Herkunft im Alter von 51 und 23 Jahren wurden vorläufig festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Die Ermittlungen dauern an.

Flüchtiger Cannabis-Gärtner

Im Kreis Soest ist die Polizei auf der Suche nach einem 26-jährigen Tatverdächtigen, der aktuell flüchtig ist. Auch ihm werden der kommerzielle Anbau und Handel mit Cannabis vorgeworfen. Die Polizei wurde in der ersten Novemberwoche nach Soest-Ostönnen zu einer Todesermittlung gerufen und stellte in dem Gebäude einen starken Marihuanageruch fest. Zu ihrem Erstaunen fanden die Beamten bei der Durchsuchung rund 500 Cannabispflanzen in professioneller Aufzucht. Zudem wurden 5,7 Kilogramm Marihuana, 65,2 Kilogramm Cannabiskraut sowie eine kleine Menge Amphetamine sichergestellt werden. Bei den Ermittlungen fanden sich Hinweise auf weitere Plantagen, die in zwei weiteren Gebäuden untergebracht waren. Auf einem Firmengelände mit mehreren Gebäuden wurde eine weitere professionelle Plantage mit knapp 400 Pflanzen, 24,3 Kilogramm Haschisch und 11,3 Kilogramm Cannabiskraut sichergestellt werden. In Lohne fanden die Ermittler in einem Einfamilienhaus rund 250 Pflanzen und 6,5 Kilogramm Marihuana. Insgesamt wurden drei Tatverdächtige Männer im Alter von 26, 45 und 55 Jahren aus dem Kreis Soest ermittelt. Während der 45-Jährige nach Prüfung von Haftgründen wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, ordnete der zuständige Richter im Fall des 55-Jährigen sofortige Untersuchungshaft an. Der 26-jährige Tatverdächtige ist flüchtig.

Bielefelder gerät in Fokus der Ermittlungen

Im Bielefelder Stadtteil Schildesche deckte das Kommissariat 22 ebenfalls einen illegalen Drogenanbau in einer Wohnung auf. Diverse Pflanzen, eine nicht geringe, wenn auch nicht genauer genannte Menge Marihuana und Anbauequipment wurden sichergestellt. In den Fokus der Ermittler geriet ein 35-Jähriger, gegen den der dringende Tatverdacht des illegalen Anbaus von Marihuana steht. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung konnten die Beamten schließlich mehrere Marihuana-Pflanzen in mehreren Grow-Zelten und rund 1,2 Kilogramm abgepacktes Cannabis sicherstellen. Die Ermittlungen dauern weiter an.

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