IVG betont dramatische Lage der Düngemittelhersteller

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Harnstoff bildet die Grundlage für viele Dünger, die in Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzt werden. Symbolfoto: Green Solutions

Die aktuelle Energie-Krise macht auch vor dem Düngemittelmarkt keinen Halt. Wie der Industrieverband Garten (IVG) betont, spitze sich die Lage immer mehr zu und auch Engpässe insbesondere von Harnstoff werden befürchtet.

Nie dagewesene Herausforderungen für Harnstoff-Hersteller

Die Energie-Krise hat Deutschland branchenübergreifend im Griff. Die Preise für Energie und Rohstoffe steigen aktuell fast täglich und ein Ende ist zudem nicht absehbar, auch sind die Preisentwicklungen nur schwer einschätzbar. Wie bereits Zierpflanzen- und Obst- und Gemüseanbau, so stehen auch die Hersteller von Düngemitteln immensen Herausforderungen gegenüber, wie der IVG in einer Meldung betont. Einschätzungen des Verbandes zufolge steuert der Markt auf dramatische Preissteigerungen und auch erneute Engpässe zu, die sich vor allem auf die Verfügbarkeit von Harnstoff konzentrieren. Dieser bildet den Grundstoff vieler Stickstoffdünger und sei derzeit für deutsche Produzenten nur sehr stark eingeschränkt verfügbar und finanziell kaum noch wirtschaftlich zu stemmen. „Die Situation für die Hersteller ist dramatisch, wir befinden uns in einer nie dagewesenen Krise“, bringt Robert Scheuß, Referent Gartenbau beim IVG die Situation auf den Punkt.

Produktion benötigt viel Energie

Die Preissteigerung bei Harnstoff habe vor allem mit dessen Gewinnung zu tun. Der Stoff wird in mehreren Prozessschritten aus Erdgas, Luft und Wasser hergestellt und benötigt in der Produktion enorm viel Strom und Erdgas. Allein die Erdgaspreise machen rund 90 Prozent der variablen Produktionskosten für Harnstoff aus. Laut IVG haben einige große Hersteller bereits als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ihre Harnstoff-Produktion drastisch eingeschränkt, beziehungsweise sogar komplett eingestellt. Demnach kommt es auch am Markt zu einer deutlichen Verknappung von Harnstoff.

Politik muss handeln

Auch die Lagerbestände seien demnach stetig rückläufig und größtenteils bei vielen Düngemittelherstellern bereits aufgebraucht. Verfügbarer Harnstoff sei allerdings kaum mehr bezahlbar, im Vergleich zu 2019 habe sich der Preis mittlerweile versechsfacht. „Die Existenz vieler heimischer Düngermittelhersteller ist gefährdet“, so Scheuß. Als wichtiges Nährelement für Pflanzen sei Harnstoff demnach aus der heimischen Produktion kaum mehr wegzudenken. Die sich zuspitzende Situation zieht weitere Auswirkungen nach sich, wie etwa auf den Handel. „Hierzu gehören auch flexible Lieferbedingungen und auskömmliche Preise, um das wirtschaftliche Bestehen der Düngemittelhersteller und so eine zuverlässige Versorgung der Konsumenten zu sichern“, erklärt der Fachmann des IVG. Die Politik müsse demnach schnellstens erfolgen, um eine Versorgung der Landwirtschaft und des Gartenbaus mit notwendigen Düngemitteln aus deutscher Produktion aufrecht zu erhalten.

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