Neue Heizanlage: energieeffiziente Wärme für Rosen Escher

Veröffentlichungsdatum: , Janine Ebenau, Waldecker PR

Der Betrieb Rosen Escher zählt aufgrund seiner guten technischen Ausstattung und einer optimalen Sortenwahl zu den führenden Schnittrosen-Produzenten in Baden-Württemberg. Foto/Hydraulikschema: Schräder Abgastechnologie

Der Umbau oder Austausch von Heizanlagen ist immer eine Investition, die einer guten Planung bedarf, so auch beim Rosenspezialisten Escher. Für die Versorgung der Gewächshäuser standen Faktoren wie Kosten und Energieeffizienz im Vordergrund. Die Wahl fiel auf Biomasse, ergänzt um ein Energieeinsparmodul in Form eines Abgaswärmetauscher-Systems.

Über 30 Schnittrosensorten auf 10.000 Quadratmetern

Die Gärtnerei Rosen Escher in Waiblingen ist einer der führenden Spezialisten in der Produktion von Schnittrosen in Baden-Württemberg. Der Vertrieb läuft ausschließlich über den Fachhandel und vorwiegend über den Blumengroßmarkt Stuttgart. Zusammen mit Sohn Dennis und Saisonarbeitskräften kultiviert Gärtnermeister Martin Escher ganzjährig über dreißig verschiedene Sorten von Schnittrosen auf einer Betriebsfläche von 10.000 Quadratmetern. Dabei setzt er bereits seit vielen Jahren auf ein spezielles, in sich geschlossenes Kultursystem. Während in der Vergangenheit in Erdkultur produziert wurde, kommen heutzutage Rinnen mit dem Hydrokultursubstrat Perlit zum Einsatz.

Planung für eine neue Heizung

Als der Austausch der beiden alten Ölkessel mit jeweils 1.300 Kilowatt anstand, entschieden sich die Bauherren für eine energieeffizientere Wärme zur Beheizung der Gewächshäuser. „Wir haben Biomasse in Form von Hackgut gewählt“, erklärt Martin Escher. Die Wärmeerzeugung aus Holz gilt im Allgemeinen als CO2-neutral. Die Einsparung der Energiekosten spielt für Escher ebenfalls eine große Rolle. Und dank des BAFA Modul 2: Prozesswärme aus erneuerbaren Energien (Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft) wurde die neue Heizanlage, inklusive aller Umbauarbeiten vorhandener Elemente, mit einer Förderquote von bis zu 55 Prozent, abzüglich der Kosten für eine konventionelle Heizungsanlage mit Öl, begünstigt.

Somit konnten die bestehenden Komponenten, wie die installierte Wärmeverteilung, der vorhandene Pufferspeicher (Volumen von 115.000 Litern) sowie die Photovoltaikanlage mit 55 Kilowatt weiterhin genutzt werden. Letztere versorgt über drei 15-Kilowattstunden-Batterien die Heizungspumpen, den Kühlraum und die Bewässerungsanlage mit Strom. Alles in allem eine gute Ausgangssituation für das gesamte Umbauvorhaben!
Für die Planung der neuen Heizanlage nahm Martin Escher Dipl.-Ing. (FH) Bernd Walz aus Waiblingen mit ins Boot. Nach einer Installation, die genau nach Plan verlief, folgte im November 2021 die Inbetriebnahme. Die alten Kessel blieben dabei als Notversorgung in Betrieb. Die Bauausführung übernahm Manfred Sprünken, Heizungsbauer und Experte mit Schwerpunkt Gartenbau aus Straelen. Die Installation der neuen Heizanlage übernahm der Hersteller Fröling Heizkessel- und Behälterbau aus dem österreichischen Grieskirchen.

Kompatibel und kostengünstig

Die Anforderungen von Martin Escher an das neue Heizsystem waren modern und pragmatisch: Gewünscht wurde zum einen energieeffiziente Holzwärme durch Hackschnitzel. Zum anderen sollte für die sichere und kontinuierliche Versorgung des Hackgutes ein befahrbarer Schubboden im Lagerraum sorgen. Zudem entschied sich Escher für ein Wärmerückgewinnungssystem. Die Abgaswärmetauscher TurbuFlexS-300 Box der Firma Schräder Abgastechnologie aus Kamen sowie der Festbrennstoffheizkessel T4e mit 350 Kilowatt und das Pufferspeicherelement der Firma Fröling rundeten Eschers Vorstellungen ab. Der Wärmetauscher und die Kesselanlage wurden entsprechend seinen Anforderungen ausgelegt und vorkonfektioniert. Als Besonderheit wurden in den T4e-Kessel gleich zwei elektrostatische Partikelabscheider zur Reduzierung der Feinstaub-Emission integriert.

Die Abreinigung ist automatisch geregelt und läuft in die gemeinsame und gut zu reinigende doppelwannige Aschebox. Die kleinere der beiden Boxen fängt die Asche aus dem Partikelabscheider auf, die größere wird mithilfe spezieller Ascheschnecken und -rechen an der Vorderseite des Hackgutkessels mit der Asche des Brennraumes befüllt. Die Entleerung übernimmt Martin Escher unkompliziert im wöchentlichen Turnus selbst.

Die von Martin Escher gewünschte robuste Schubstangenaustragung für den Brennstoff ist im Gegensatz zu Schneckenaustragungen die beste Methode für rechteckige Lagerräume. So auch im Fall des bis zu 80 Kubikmeter umfassenden Hackgutlagers der Familie Escher. Kameras im Inneren des Lagerraumes kontrollieren den Bestand und ermöglichen einen kontinuierlichen und bedarfsorientierten Lieferrhythmus. Jede Lieferung umfasst etwa 36 Kubikmeter Hackgut. Beliefert wird Escher ein- bis zweimal in der Woche über den Maschinenring, eine Vereinigung, in der sich regionale Landwirte gegenseitig unterstützen. „Die Lieferung über den Maschinenring bürgt für eine hohe Qualität und funktioniert tadellos“, berichtet Escher.

Der neue Heizkreislauf

Der T4e-Kessel von Fröling erwärmt das Heizwasser kontinuierlich auf maximal 80 Grad Celsius Vorlauftemperatur und füllt den Pufferspeicher. Von dieser Quelle aus regelt das Wärmeverteilsystem eine Wunschtemperatur zwischen 30 bis maximal 50 Grad Celsius. Ein Rohrleitsystem mit drei bis vier Zentimetern Durchmesser führt das erwärmte Wasser durch die Böden der Gewächshäuser in Wurzelnähe der Rosenpflanzungen. Fließt das Wasser zurück in den Heizraum, wird ein Teil mittels T-Verbindungsrohrstücken abgezweigt und direkt über die TurbuFlexS-300 Box geführt. Dieses Prinzip nennt man auch Kesselrücklaufanhebung.

Der kompakte und platzsparende Wärmetauscher besteht aus vier 300-Millimeter-Rohrschlangenwärmetauschern. Sie sind mit inkludierten Bimetall-geregelten Leitblechen ausgestattet, die durch eine gezielte Verteilung der Abwärme das Rücklaufwasser innerhalb der Rohrschlangen um etwa fünf bis sechs Grad Celsius erwärmen. Abgasstrom und Wasserfluss erfolgen dabei im effizienten Gegenstromprinzip. In diesem Anwendungsfall wird die Wassertemperatur um etwa acht bis zehn Prozent erhöht. Anschließend führt der Weg des Wassers erneut durch den T4e-Kessel und der Prozess beginnt von vorn. Dank des Wärmetauschers kann ein erheblicher Teil der Energie für die erneute Erwärmung des Heizwassers auf die Vorlauftemperatur eingespart werden. Ein klarer Pluspunkt für das Energiesparkonzept von Schräder.

► Mehr zum Thema Gewächshaus- und Energietechnik lesen Sie in unserem Sonderteil in der TASPO 37/2022.

 

 

 

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