Neuer Mindeststandard für Verpackungen

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die ZSVR hat neue Mindeststandards zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen veröffentlicht. Symbolfoto: Julia M Cameron/ Pexels

Die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltamt neue Mindeststandards bei der Recyclingfähigkeit von Verpackungen erarbeitet und veröffentlicht. Auf Basis der neuen Standards können Unternehmen finanziell profitieren, wenn sie ihrer Produktverantwortung nachkommen.

Gute Recyclingquote in Deutschland

Die Recyclingquote von Verpackungsabfällen sei in Deutschland laut ZSVR im internationalen Vergleich zwar ganz gut, könne aber noch deutlich verbessert werden. Einer Studie aus dem Jahr 2020 zufolge seien Verpackungen aus Kunststoff, die im Gelben Sack gesammelt werden, zu 74 Prozent recyclingfähig. 2016 lag der Wert noch bei 66 Prozent. Bei anderen Verpackungsmaterialien sehe es ganz ähnlich aus. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2019 71,6 Prozent der Verpackungsabfälle in Deutschland recycelt, was ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2018 darstellt. Es werden immer mehr nachhaltige und vermeintlich recyclingfähige Verpackungen auf den Markt gebracht, doch nicht jedes Verpackungsmaterial sei einfach so wiederzuverwerten. Der neue Mindeststandard soll dabei helfen, für mehr Transparenz bei der Recyclingfähigkeit zu sorgen.

Aufschluss über Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Wann ist eine Verpackung recyclingfähig? Die Antwort auf diese Frage liefert der neue Mindeststandard zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen (§ 21 Absatz 3 Verpackungsgesetz). Demnach suggerieren zum Beispiel faserbasierte Verpackungen dem Verbraucher einen ökologischen Mehrwert, doch sind diese Verpackungen oftmals schwerer zu recyceln, als Kunststoffe. Je nach dem, wie gut sich die Fasern im Recyclingprozess lösen und dadurch wieder zu neuen Fasern verarbeitet werden können, so gut ist schließlich auch die Recyclingfähigkeit der Faserverpackungen. Laut neuen Mindeststandards müsse nun immer ein Nachweis über die Recyclingfähigkeit erbracht werden. Gleiches gilt für Papierverpackungen, die Flüssiges oder Pastöses enthalten.

Struktur und Anwendung des Mindeststandards

Beschreibungen des Prüfverfahrens und Beispiele sollen den Unternehmen dabei behilflich sein, die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu ermitteln. Festgehalten wird dabei an drei Standard-Kriterien, dem Vorhandensein einer Verwertungsinfrastruktur, die Sortier- und Trennbarkeit der Verpackung sowie die Recyclingunverträglichkeiten. Demnach seien nun auch die (dualen) Systeme verpflichtet, Anreize für das recyclinggerechte Design von Verpackungen zu schaffen. So profitieren Unternehmen finanziell, wenn sie ihrer Produktverantwortung nachkommen und ihre Verpackungen konsequent nach der Abfallhierarchie ausrichten. Neben den oben erwähnten Verbundverpackungen haben sich PET-Folien und -Schalen sowie beidseitig beschichtete Papierbecher als weitere Beispiele für kontraproduktive Entwicklungen in der Verpackungsindustrie erwiesen, die zu Lasten der Recyclingfähigkeit gehen. Gleiches gilt für den steigenden Anteil von Verpackungen aus Materialien wie Holz, Bambus oder Textilien.

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