Neues Netzwerk in Hessen gestartet

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die Vernetzung von Theorie und Praxis ist Ziel des neuen Netzwerks. Foto: herb007/ Pixabay

Mit einem Förderbescheid in Höhe von 690.000 Euro ist in Hessen das Netzwerk „Ökolandbau und Kompost“ gestartet. Die Mittel stammen aus dem Hessischen Ökoaktionsplan 2020-2025 und sollen den Einsatz von Kompost im Ökolandbau fördern.

Einsatz von Kompost soll ausgebaut werden

Das neue Netzwerk ist an der Kompostanlage am Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH angesiedelt und kooperiert mit dem Ingenieurbüro für Sekundärrohstoffe und Abfallwirtschaft und der Vereinigung ökologischer Landbau in Hessen. „Wir haben das Ziel, durch den Einsatz von Kompost die Nährstoffdefizite im ökologischen Landbau auszugleichen und durch Humusaufbau sowohl zum Klimaschutz als auch zur Klimaanpassung beizutragen. Deshalb möchten wir den Einsatz von Kompost weiter ausbauen. Um die landwirtschaftlichen Betriebe dabei zu unterstützen und den notwendigen Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kompostwirtschaft zu verbessern, starten wir jetzt mit dem Netzwerk ‚Ökolandbau und Kompost in Hessen‘. Ich freue mich, dass wir im Rahmen des Hessischen Ökoaktionsplan 2020-2025 hierfür finanzielle Mittel in Höhe von rund 690.000 Euro bereitstellen“, sagte der hessische Staatssekretär Oliver Conz bei der Übergabe des Förderbescheids in Witzenhausen.

Komposthersteller und Ökoproduzenten vernetzen

Am Witzenhausen-Institut wurden 2018 und 2019 Studien durchgeführt, die belegen, dass dem Ökolandbau eine nicht unwesentliche Menge an Biogut- und Grünkoomposten zur Verfügung steht, die noch ungenutzt bleiben. Lediglich zu 15 bis 20 Prozent werde auf diese Komposte zurückgegriffen, obgleich sie für die Produktion geeignet seien. Die Studie fand heraus, dass hier vor allem der fehlende Informationsfluss Grund für die Nichtnutzung sei. „Das Netzwerk Ökolandbau und Kompost soll dazu beitragen, diese Informationslücken zu schließen, Vertrauen für nachhaltige Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen und die Kommunikation aller Beteiligten zu stärken“, erklärte Conz.

„Komposte verstärkt im ökologischen Landbau einsetzen“

„Ziel des vierjährigen Vorhabens ist es, den Einsatz der hochwertigen Komposte verstärkt im ökologischen Landbau einzusetzen. Hierzu zählen die in mehr als 50 hessischen Anlagen anfallenden Gartenabfällen, die über Biotonnen gesammelten organischen Haushaltsabfällen sowie andere Sekundärrohstoffen, wie zum Beispiel Gärreste aus Biogasanlagen. Auf diese Weise sollen Nährstoffdefizite insbesondere in Betrieben ohne Tierhaltung ausgeglichen und der Humusgehalt der Böden erhalten bzw. gesteigert werden“, so der Staatssekretär weiter. Demnach werde im Netzwerk die Kooperation von Kompostwirtschaft, landwirtschaftliche Beratung, Verbände und Wissenschaft mit der landwirtschaftlichen Praxis gefördert werden.

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