NL: Koalition unterzeichnet Pakt zur Torfreduktion

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Insgesamt 15 Parteien unterzeichneten den Pakt zur nachhaltigen und verantwortungsvollen Verwendung von Torf in den Niederlanden. Foto: Rolf van Koppen

In Deutschland hat die Politik die Rahmenbedingungen zum Torfausstieg vorgegeben, die Erden- und Substratbranche hat sich zudem Ziele selbst auferlegt. In den Niederlanden hat sich kürzlich eine Koalition aus 15 Parteien zusammengetan und einen Pakt unterzeichnet, wie man Erden und Substrate nachhaltiger gestalten kann. Dazu zählen Vertreter aus Industrie, Politik, Wissenschaft und NGOs.

15 Parteien schließen Pakt zur nachhaltigen Torfnutzung

Ziel des in den Niederlanden geschlossenen Paktes sei es, die Umweltauswirkungen von Blumenerden und Substraten zu verringern. Dementsprechend stehen die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, die Wiederverwendung von Substraten und der verantwortungsvolle Abbau von Torf besonders im Fokus. Zudem habe man sich verpflichtet, Verbraucher umfassend im Rahmen einer Kampagne über die Umweltauswirkungen von Blumenerden zu informieren. Der aktuell geschlossene Pakt ist die Reaktion des Sektors auf einen breit unterstützten Antrag im niederländischen Unterhaus, der sich auf die Reduzierung von Torf in Blumenerde bezieht. Der Übergang zu nachhaltigen Substraten solle damit nun beschleunigt werden und es wurden Ziele für die Jahre 2025, 2030 und 2050 formuliert. In den Niederlanden stellen etwa 20 Unternehmen Erden und Substraten her, deren Hauptrohstoff zur Zeit noch Torf ist. 80 Prozent der Produkte werden vom Erwerbsgartenbau genutzt, 20 Prozent gehen an die Hobbynutzer.

Ziele für 2025, 2030 und 2050

Für das Jahr 2025 wird angestrebt, den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen zu erhöhen, bei Profi-Substraten sieht der Pakt einen Wert von durchschnittlich 35 Prozent vor, für Hobbyerden soll der Anteil nachwachsender Rohstoffe auf 60 Prozent erhöht werden. Zudem sei die Verwendung von Kompost auf 600.000 Kubikmeter zu verdoppeln. Für den verwendeten Torf schreibt der Pakt vor, dass dieser zertifiziert sein muss und demnach aus 100 Prozent verantwortungsvoller Produktion stammen müsse (RPP-Label oder gleichwertig). Für das Jahr 2030 sind weitere Steigerungen vorgesehen, bei Hobbyerden soll der Anteil nachwachsender Rohstoffe dann 85 Prozent betragen, bei Profi-Substraten soll eine unabhängige Studie über die Verfügbarkeit und die Umweltauswirkungen von Rohstoffen Erkenntnisse und Belege für ein neues Ziel liefern. 2050 wird die ausschließliche Verwendung von Substraten angestrebt, die keinerlei negative Umweltauswirkungen haben und CO2-neutral sind. Der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen muss dann mindestens 90 Prozent des Gesamtvolumens der Kette betragen.

Sektor zeigt Verantwortungsbewusstsein

„Mit dieser Vereinbarung zeigt der Gartenbausektor, dass er selbst Verantwortung übernehmen will. Der LNV unterstützt dies von ganzem Herzen“, freute sich Esther Veldhuis, Direktorin für pflanzliche Agrarketten im Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität (LNV). „Mit der Unterstützung dieses Abkommens zeigen wir als Erzeuger und Anbauer unser Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen und insbesondere mit Torf. Die Zusammensetzung des Substrats ist entscheidend für ein gesundes Wachstum der Pflanzen und für die Pilzzucht. Ein gesundes Wachstum wiederum ist die Grundlage für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Eine widerstandsfähige Pflanze ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge, was eine wichtige Grundvoraussetzung für unsere Züchter ist“, betonen Glastuinbouw Nederland, LTO-Nederland, NFO und Plantum gemeinsam. Philipp Gramlich von der Peat Free Foundation: „Wir hoffen, dass die Niederlande - mit Europas größtem Gartenbausektor - zeigen werden, dass wir auch schöne Pflanzen produzieren können, ohne Torfgebiete zu zerstören, die große Mengen an Kohlenstoff absorbieren“, ergänzt Philipp Gramlich von der Peat Free Foundation. „In diesem Pakt formuliert der Sektor klare Ziele. Die Rolle des Einzelhandels besteht darin, die Verbraucher mitzunehmen, sie zu informieren und zu beraten“, nimmt Frank van der Heide, Direktor Tuinbranche Nederland, den Handel in die Pflicht bei der Informationspflicht von Verbrauchern. 

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