NRW: Gärtner informieren zu torfreduzierten Erden

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Torfreduzierte Erden erfreuen sich einer immer größer werdenden Nachfrage. Foto: Green Solutions

Die Bundesregierung hat den Weg vorgegeben, der Erwerbsgartenbau arbeitet mit Hochdruck an Lösungen, doch der Ersatz von Torf als Ausgangsstoff für gärtnerische Substrate gilt als große Herausforderung. Den Gärtnern kommt dabei auch eine informative Aufgabe zu.

Steigende Nachfrage nach torfreduzierten Substraten

Verbraucher achten immer mehr auf Nachhaltigkeit und auf einen ressourcen- und umweltschonenden Umgang bei der Herstellung von Erden. Die Nachfrage nach torfreduzierten und komplett torffreien Erden steigt daher stetig. Doch der Ersatz von Torf kommt für den Erwerbsgartenbau einer Riesenherausforderung gleich. Dabei kommt auf die Gärtner nicht nur bei der Produktion eine herausfordernde Aufgabe zu, auch seien sie in der Pflicht, zum Thema aufzuklären.  Um der Aufgabenstellung gerecht zu werden, wurden vom Landesverband Gartenbau NRW eine neue Plakatserie und Flyer erstellt worden, ein Erklär-Video soll zudem in Kürze folgen. „Der richtige Umgang mit torfreduzierten bzw. torffreien Erden ist wichtig, damit Pflanzen sich gut entwickeln können. Denn torffreie bzw. torfreduzierte Erden trocknen schneller aus und benötigen in trockenen Phasen öfter Wasser und Düngerzugaben. Hier sind wir als Experten gefragt, Hobbygärtner:innen gezielt aufzuklären“, so Reiner Höpken, Vorsitzender des Fachverbandes Einzelhandel im Landesverband Gartenbau NRW bei einem kürzlichen Treffen des Vorstandes.

Torf ist wichtiger Ausgangsstoff

Der Landesverband macht dennoch deutlich, dass Torf im Erwerbsgartenbau eine wichtige Rolle spiele, insbesondere der hochwertige Weißtorf. Durch diesen werde die Struktur stabilisiert, Wasser gespeichert und in ihm sich kaum Salze enthalten. Der Weißtorf klasse sich zudem gut mit anderen Stoffen wie Ton, Kalk und Dünger mischen. Da es sich dabei allerdings zum einen um einen wichtigen CO2-Speicher handelt und der Rohstoff zum anderen endlich ist, sei ein nachhaltiger Umgang zwingend erforderlich. Die Grüne Branche hat sich daher auch in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden klare Ziele zur Reduktion des Torfanteils in Blumenerden für den Hobbybereich und in Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau auferlegt.

Verfügbarkeit von Ersatzstoffen

Besonders die Kombination von Stoffen sei ein entscheidendes Kriterium bei der Torfreduktion, da sich Torf keinesfalls eins zu eins ersetzen lasse. Als wichtige Ersatzstoffe werden immer wieder Ton, Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosmaterialien genannt, die allesamt unterschiedliche Eigenschaften und somit auch Vor- und Nachteile haben, die abzuwägen sind. „Unabhängig von der Art des Ersatzstoffes. Wichtig ist vor allem die Verfügbarkeit in ausreichender Menge von nachhaltigen Torfersatzstoffen“, wirft Christian Balster, Geschäftsführer Balster Einheitserdewerk ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem auf, das angesichts von Lieferkettenstörungen und Rohstoffknappheit zu beachten sei.

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