Verbietet EU Verpackungen für Obst & Gemüse?

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse sollen laut EU-Kommission der Vergangenheit angehören. Foto: auntmasako/ Pixabay

Die EU-Kommission plant Medienberichten zufolge ein Verbot von Verpackungen für Obst und Gemüse. Kritik erntete das Vorhaben bereits vom Deutschen Fruchthandelsverband (DFHV).

Obst und Gemüse bis zu Füllmenge 1,5 Kg betroffen

Die EU-Kommission hat einen Verordnungsentwurf zu Verpackungen und Verpackungsabfällen vorgelegt. Damit wolle man Verpackungsabfälle minimieren die Recyclinganteile in Verpackungen verbessern. Der Entwurf sieht außerdem ein Verbot von Obst- und Gemüseverpackungen mit einer Füllmenge von bis zu 1,5 Kilogramm vor. Außerdem sei eine industrielle Kompostierbarkeit für Sticker auf Obst und Gemüse vorgesehen. Wie der DFHV vermutet, haben Vorstöße von EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich und Belgien zu dem Entwurf geführt. In Frankreich beispielsweise sorgt ein Erlass zu Plastikverpackungen aus dem Jahr 2021 nach wie vor für Diskussionen.

Verwirrung um Gesetz in Frankreich

2021 preschte die französische Regierung voran und beschloss, Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse schrittweise zu verbieten. Plastalliance, die französische Arbeitgeberorganisation, die auf nationaler Ebene die Kunststoff- und Verbundwerkstoffindustrie vertritt, hatte am 15. November 2021 Klage gegen den Erlass eingereicht. Internationalen Medienberichten zufolge soll dennoch ab 2026 keine Plastikverpackung mehr bei Obst und Gemüse in den Handel kommen.  

Kritik am EU-Vorhaben vom DFHV

Der Entwurf der EU-Kommission nehme sich das Vorhaben in Frankreich zum Vorbild, geht aber noch einen Schritt weiter und möchte auch alternative Verpackungsmaterialien, wie Pappe oder Holz, verbieten. Ausnahmen sollen Produkte sein, die unverpackt nachweislich Feuchtigkeitsverlust, mikrobiologische Risiken oder physische Risiken zur Folge haben. Kritik kam hingegen bereits vom DFHV, der darauf verweist, dass der Anteil an Verpackungsabfällen, die durch Obst- und Gemüseverpackungen anfallen, im Vergleich zu anderen Lebensmitteln eher gering sei. Innerhalb der Lebensmittelwirtschaft sei dieser Anteil mit unter zwei Prozent sehr gering. Auch werde man dem Ziel, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken nicht gerecht, es reduziere die Lebensmittelabfälle keineswegs und erhöhe auch keinesfalls die Haltbarkeit der Produkte, erklärt DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger. Im nächsten Schritt setzt sich das EU-Parlament mit dem
Verordnungsentwurf auseinander und wird darüber entscheiden.

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