Weniger Abfall: Friedhof Wennigsen zeigt, wie es gehen kann

Veröffentlichungsdatum: , Katrin Klawitter

Kunststoffmüll belastet die Friedhöfe. Foto: Albrecht

Die Abfallmengen auf Friedhöfen sind ein gravierendes und stetig weiterwachsendes Problem, dem Betreiber und Verwaltungen mit unterschiedlichsten Strategien versuchen, Herr zu werden. Der Friedhof Wennigsen nahe Hannover zum Beispiel geht das Thema mit einem Umweltkonzept an.

Große Mengen an Kunststoff- und Elektroabfällen

Problematisch sind vor allem die großen Mengen an Kunststoffabfällen, die durch Töpfe, Paletten, Gestecke und Deko anfallen – und oft ungetrennt von wiederverwertbaren oder kompostierbaren Materialien in den Abfallbehältern des Friedhofs landen. Besonders nicht abbaubare Steckmasse aus den entsorgten Gestecken lande viel im Abfall, berichtet Dr. Michael Albrecht, ehrenamtlicher Umweltverantwortlicher des Friedhofs Wennigsen. In den letzten Jahren zugenommen haben laut Albrecht zudem Elektroabfälle, etwa von LED-betriebenen Friedhofslichtern und -ketten.

Der Friedhof Wennigsen nahe Hannover geht das Thema mit einem Umweltkonzept im Rahmen seiner eingeführten Umweltleitlinien an und ist seit dem 7. Dezember 2018 umweltzertifiziert. Anhand von Checklisten zur Umweltprüfung dokumentiert und überprüft er regelmäßig seine Umweltschutzaktivitäten. Die Umweltleitlinie legt unter anderem fest, dass die Abfälle auf dem Friedhof getrennt gesammelt werden. Insgesamt 15 Behälter stehen dafür zur Verfügung. Die beiden Abfallsorten werden getrennt zum zentralen Abfallplatz auf dem Friedhof gebracht, dort jeweils nach Fremdstoffen gesichtet und getrennt gelagert.

Gute Trennquote, aber auch hohe Kosten

Die Mitarbeiter des Friedhofs trennen vieles manuell und sortieren. „Unsere Trennquote ist gut“, sagt Albrecht. Kostet aber auch eine Stange Geld: Für die Sammlung und Entsorgung der Abfälle sind in den letzten Jahren im Durchschnitt Kosten von fast 11.000 Euro pro Jahr entstanden. Alle biologischen Abfälle werden in einer Miete gesammelt und durch ein GaLaBau-Unternehmen abgeholt. Es soll aber, sobald der Friedhof wie geplant um 7.500 Quadratmeter erweitert wurde, dort mehr für die Eigennutzung gelagert und auf unbelegten Friedhofsflächen ausgebracht werden. Alle nicht-biologischen Abfälle werden vom regionalen Abfallwirtschaftverbandsverband entsorgt.

Gespräche mit ortsansässigen Gartenbau-Unternehmen geplant

Ein intensives Abfallmanagement wird immer wichtiger, zumal die Kosten zur Entsorgung, auch für Grünabfälle, deutlich gestiegen sind. Deshalb sucht der Friedhof nach Wegen, die anfallende Müllmenge auf Dauer zu reduzieren. Dazu gehören Aufklärungsaktionen zum Trennen von Abfällen, um die Friedhofsbesucher, Mitarbeiter und Dienstleister zu sensibilisieren – über Infoflyer, Aushänge und regelmäßige geführte Spaziergänge über den Friedhof. Gerne nehmen die regionalen Zeitungen auch Friedhofsthemen, etwa zur Abfallproblematik, auf. Als nächstes ist eine Aktion geplant, die das Problem der Elektroabfälle lindern soll: Mit eigens dafür vorgesehenen Sammelbehältern und Infoschildern. Zudem sind Gespräche mit den ortsansässigen Gartenbau-Unternehmen geplant, wie sich der Abfall der Friedhofsnutzer weiter reduzieren lässt, etwa durch alternative Verpackungen, die sie ihren Kunden anstelle von Plastik-Mehrwegtrays anbieten, oder die Rücknahme von Pflanztöpfen.

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