Zierpflanzen-Produktion: Weniger Torf – mehr Kosten?

Veröffentlichungsdatum: , Katrin Klawitter

Der Handel achtet bei Pflanzen zunehmend auf das Thema Torfreduktion. Foto: Katrin Klawitter

Torf im Substrat zu reduzieren, ist machbar – aber rechnet sich der Mehraufwand? Die betriebswirtschaftliche Seite untersuchte die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Rahmen des Projekts TerZ.

Keine nennenswerten Unterschiede bei Verkaufserlösen

Insgesamt 24 Betriebe produzieren im Rahmen des Projekts TerZ (Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau) torfreduziert und legen ihre Kulturzahlen dazu regelmäßig offen. Die Betriebswirtschaftler Dr. Stefan Krusche und Anette Stadler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben diese Zahlen analysiert, über 400 Kalkulationen vorgenommen und konnten den Teilnehmern einer überregionalen TerZ-Informationsveranstaltung vor wenigen Wochen handfeste, fundierte Aussagen liefern. Demnach unterschieden sich die Verkaufserlöse der Betriebe für die torfreduzierten Pflanzen im Vergleich zu denen im konventionellen Torfsubstrat in den Kulturjahren 2020 und 2021 nicht nennenswert.

Ausfallquoten, Direktkosten und Arbeitszeitbedarf

Sehr viel stärker splitteten sich die Ausfallquoten, allerdings sehr uneinheitlich: Sie lagen teils bei den torfreduzierten, teils bei den konventionell angebauten Pflanzen höher. Höhere Ausfallquoten (über fünf Prozent) betrafen in beiden Jahren jedoch mehr torfreduziert produzierte Pflanzen. Die Direktkosten lagen in der torfreduzierten Produktion aufgrund der Substratkosten tendenziell höher. Allerdings variierte das stark, zwischen 30 und 80 Euro je Kubikmeter, abhängig vom Substrat.

Deutlich höher, vor allem im ersten Jahr des Projekts, war der Arbeitszeitbedarf für die Kultur in torfreduziertem Substrat. Im zweiten Projektjahr sank dieser Mehraufwand deutlich, vermutlich aufgrund von Übung und besserem Handling des torfreduzierten Substrats in den Betrieben.

Unterschiede bei der Flächenproduktivität

Spannendstes Ergebnis: Die Flächenproduktivität der einzelnen Kulturen im torfreduzierten Substrat und konventionellen Substrat unterschied sich sehr deutlich: Eine ähnliche Flächenproduktivität erreichte die torfreduzierte Produktion im Vergleich zum konventionellen Substrat bei Petunien/Calibrachoa (100 Prozent), Sommerkulturen (je nach Jahr 80 bis 100 Prozent), Pelargonien (73,7 bis 93,3 Prozent) und sonstigen B&B-Pflanzen (88,9 Prozent). Deutlich anders sah das bei Kulturen im Herbst/Winter aus. Da erreichten die torfreduzierten Kulturen im Vergleich zum konventionellen Substrat geringere Flächenproduktivitäten: Herbstkulturen je nach Jahr 40 bis 80 Prozent, Frühjahrskulturen 75 bis 78,6 Prozent und Poinsettien 53,8 bis 75 Prozent.

► Mehr zum Thema torfreduzierte Produktion im Zierpflanzenbau inklusive Ergebnissen aus der Beet- und Balkonpflanzensaison 2022 lesen Sie in der TASPO 36/2022.

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