Wirtschaft & Politik

31 Millionen Euro Strafe für Gartenbau-Unternehmer

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31,3 Millionen Euro verlangt die niederländische Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung vom Gartenbau-Unternehmer Theo van K. Der 69-Jährige hatte von 2006 bis 2010 an Briefkastenfirmen Gemüse und Obst verkauft, das noch gar nicht geerntet war und sich Profite in die eigene Tasche gewirtschaftet. Der Gerichtsprozess startet kommende Woche.

Justitia hat den Gartenbau-Unternehmer Theo van K. fest wegen Betrugs in Millionenhöhe im Blick. Foto: Pixabay

Gartenbau-Unternehmen beschäftigen illegale Arbeitskräfte und begehen Steuerhinterziehung

19 beteiligte Gartenbau-Unternehmen aus den Regionen Brabant und Limburg hatten der Anklage nach zudem Billig-Arbeitskräfte aus Polen für die Ernte und Pflanzung von Spargel, Himbeeren, Erdbeeren und Pilzen ohne entsprechende Anmeldung beschäftigt.

Die betreffenden Unternehmen hatten bereits im Vorjahr 25 Millionen Euro Strafe akzeptieren müssen, während die Betriebsleiter mehrere hundert Sozialstunden in Kauf nahmen, um einer Gefängnisstrafe aus dem Weg zu gehen. Außerdem verpflichteten sie sich zur Rückzahlung der versäumten Steuern. Von diesem Vergleich hatte die Staatsanwaltschaft Theo van K. – den Kopf des Rings – allerdings ausgenommen, um eine separate strafrechtliche Verfolgung einzuleiten.

Wie aus dem Film: Scheinfirmen und schmutziges Geld

Das geschäftliche Vorgehen des Angeklagten klingt nach einer echten Räuber-Pistole aus der Filmwelt: Theo Van K. soll in Polen, Luxemburg und Zypern Scheinfirmen errichtet haben. Über diese verkaufte er das Obst und Gemüse der beteiligten Gartenbau-Unternehmen, das noch gar nicht geerntet worden war zu vorverhandelten Preisen. Den so erzielten Ertrag versteuerten die Unternehmen entsprechend.

Die tatsächliche Ernte versteigerte Theo van K. später zu wesentlich höheren Preisen. An die Unternehmer leitete er lediglich die vorvereinbarten Beiträge weiter. Die Profite soll sich der Kopf der „Bande“ zum größten Teil in die eigene Tasche gewirtschaftet und das schmutzige Geld auf Luxemburger Bankkonten versteckt haben. Die illegalen Arbeitskräfte, die die Ernte bewerkstelligten, beschaffte sich Theo van K. über eine polnische Agentur für Saisonarbeiter.