Wirtschaft & Politik

Ab Januar 2015 mehr Geld für Pflege zu Hause

Am 1. Januar 2015 tritt das Pflegestärkungsgesetz I in Kraft, das die Leistungen für Pflegebedürftige und Angehörige verbessert und die häusliche Pflege stärkt. Als „eine gute Nachricht für unsere Landwirtsfamilien“ begrüßte Arnd Spahn, Vorstandsvorsitzender der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), die Neuregelung.

Viele Menschen müssen zu Hause gepflegt werden. Foto: Fotolia

Denn im ländlichen Raum liege die Zahl der Menschen, die zu Hause gepflegt werden, dreimal so hoch wie im Durchschnitt. Außerdem begrüßt Spahn, dass mit dem ebenfalls 1. Januar 2015 erwarteten Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II „die für Landwirte so wichtige Leistung der Betriebshilfe ausgeweitet werden soll.“

Bis zu zehn Tage Betriebshilfe
Betriebshilfe sollen landwirtschaftliche Unternehmer bis zu zehn Tage erhalten können, wenn sie aufgrund einer akuten Pflegesituation ihr Unternehmen nicht weiterführen können. Versicherte Beschäftigte sollen neben dem bereits bestehenden Anspruch auf eine zehntägige Arbeitsfreistellung bei akuter Pflegesituation zusätzlich ein Pflegeunterstützungsgeld erhalten.

Die wichtigsten Änderungen im Pflegestärkungsgesetz I sind laut SVLFG:

  • Die meisten Leistungsbeträge der Pflegeversicherung erhöhen sich pauschal um vier Prozent.
  • Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden ausgebaut und können besser kombiniert werden. Tages- und Nachtpflege sind künftig ungekürzt neben ambulanten Geld- und Sachleistungen möglich.
  • Demenzkranke (Pflegestufe 0) haben erstmals Anspruch auf teilstationäre Tages-/Nachtpflege und Kurzzeitpflege.
  • Auch Pflegebedürftige der Pflegestufen 1 bis 3 erhalten künftig einen Betreuungsbetrag von bis zu 104 Euro pro Monat. Für Demenzkranke steigt er im Rahmen der Dynamisierung auf 104 beziehungsweise 208 Euro pro Monat.
  • Der Zuschuss zu Umbaumaßnahmen steigt von 2.557 auf bis zu 4.000 Euro.
  • Für Pflegehilfsmittel des täglichen Verbrauchs steigen die Zuschüsse von 31 auf 40 Euro pro Monat.
  • Die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen kann aufgestockt werden.
  • Ein neuer Pflegevorsorgefonds soll ab 2035 den Beitragssatzes stabilisieren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge ins Pflegealter kommen. (hlw)