Ackerbaustrategie wird positiv aufgenommen

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Das BMEL stellte im Dezember 2019 die Ackerbaustrategie 2035 vor. Foto: Karsten Würth / Unsplash

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat in dieser Woche die Ackerbaustrategie 2035 vorgestellt und dafür Zustimmung vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, erhalten. Auch der Bund Deutscher Pflanzenzüchter nahm die Strategie positiv auf.

Julia Klöckner stellt Ackerbaustrategie 2035 vor

Mit Spannung erwartete die Öffentlichkeit die angekündigte Vorstellung der Ackerbaustrategie 2035 des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Ackerbaustrategie sei demnach eine mittel- bis langfristige Strategie, die den Rahmen für einen zukunftsfähigen Ackerbau in Deutschland beschreiben, Perspektiven aufzeigen und die Landwirtschaft aktiv bei der Umsetzung unterstützen soll. „Unsere Böden stehen unter Leistungs-Druck: Im Jahr 1900 hat ein Landwirt 10 Menschen ernährt. Heute ernährt er 155 Menschen. Diese hohe Produktivitätssteigerung bringt Herausforderungen bei Umwelt- und Naturschutz, Ökonomie und gesellschaftlicher Akzeptanz mit sich – und auch Zielkonflikte. Diese wollen wir mit unserer Ackerbaustrategie auflösen", erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Über 50 Maßnahmen liegen Ackerbaustrategie zugrunde

In über 50 Maßnahmen wird in der Strategie aufgezeigt, wie Produktivität, die Sicherung der Grundversorgung für Mensch und Tier zusammengebracht werden kann, mit einem besseren Schutz der Ressource Boden. Denn die Hälfte der Böden in Deutschland wird landwirtschaftlich genutzt, 70 Prozent davon ackerbaulich. In einer Bewertungsmatrix sind die Maßnahmen zudem den grundlegenden Zielen gegenübergestellt und in Hinsicht auf ihre Wirkung beurteilt. Dabei sollen Leitlinien als Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Ausrichtung des Ackerbaus dienen. Es gehe um die Sicherstellung der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Futtermitteln und biogenen Rohstoffen, der Sicherung des Einkommens der Landwirte, einer Stärkung des Umwelt- und Ressourcenschutzes, der Bewahrung von Biodiversität, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sowie eine Erhöhung der gesellschaftlichen Akzeptanz des Ackerbaus. Insgesamt gehe es auch darum, dem Klimawandel durch eine Erhöhung der Kulturen zu begegnen, sowie den Humusaufbau zu fördern.

Zustimmung vom Bauernverband

Die vorgestellte Ackerbaustrategie traf beim Deutschen Bauernverband generell auf Zustimmung. „Die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist dank der Vielfalt der Maßnahmen ein guter Weg, um den Ackerbau moderner, effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Wir begrüßen diese Strategie. Denn sie zeigt Perspektiven und Optionen zur Weiterentwicklung des Ackerbaus auf, die auch wir als zielführend und zukunftsfähig erachten“, erklärte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, in einer Mitteilung.

Erweiterung des Kulturpflanzenspektrums sei ambitioniert

Die vorgesehene Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln unterstütze der Deutsche Bauernverband ebenfalls ausdrücklich. „Hier gilt es, die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes mit Augenmaß und unter Berücksichtigung der guten fachlichen Praxis vorzunehmen. Nur auf diesem Weg können Ernten geschützt und Qualitäten gesichert werden“, so Rukwied. Auch die Erweiterung des Kulturpflanzenspektrums sei eine begrüßenswerte Maßnahme. Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes ist eine Zielvorgabe von mindestens fünf Kulturpflanzen je Betrieb jedoch ambitioniert. Die Umsetzung erfordert flankierende Maßnahmen, wie die Verbesserung des Ertragspotenzials und der Widerstandskraft von Leguminosen, das Vorhandensein entsprechender Pflanzenschutzmittel und der Absatzmärkte. Insofern bedarf es bei der Umsetzung der Ackerbaustrategie der Unterstützung der Politik.

Zustimmung auch von Seiten der Pflanzenzüchter, ZVG und BfG

Auch aus dem Lager der Deutschen Pflanzenzüchter erhielt die Ackerbaustrategie Zustimmung. „Wir halten es für den richtigen Schritt, dass der Pflanzenzüchtung in diesem Papier eine wichtige Rolle zuerkannt wird und unter anderem der Anwendung neuer Züchtungsmethoden und der Forschungsförderung hohe Bedeutung zukommt", sagt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) in einem Jahresrückblick. Auch der Zentralverband Gartenbau (ZVG) und die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) sehen die Ackerbaustrategie in einer gemeinsamen Pressemitteilung als gute Arbeitsgrundlage. „Wir müssen uns zusammen weiterentwickeln", betonte BfG-Vorsitzender Christian Ufen. Es ist richtig, Zielkonflikte klar zu benennen. Diese müssen wir aufarbeiten. Dazu zählen Fragen der Düngung und Nährstoffeffizienz, aber auch die angekündigte deutliche Reduktion von Pflanzenschutzmitteln, die laut EU-Pflanzenschutzrecht nicht als „lowrisk-Produkt“ eingestuft werden. Der Einsatz besserer Technik werde darin begrüßt. Offen bleibe hingegen die Frage nach den Fachkräften, die diese Anforderungen erfüllen sollen. Angesichts der steigenden Anforderungen an die Betriebe und des voranschreitenden Strukturwandels müsse dieser Punkt mehr Beachtung finden.