Wirtschaft & Politik

Aktionsbündnis Klimaschutz: Gartenbau ist Teil der Lösung

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Mitte dieser Woche tagte das Aktionsbündnis Klimaschutz in einer Sondersitzung und diskutierte die bestmögliche Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030. Auch der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat daran teilgenommen.

ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer betonte, dass der Gartenbau vor großen Herausforderungen stehe. Foto: ZVG

ZVG betont deutlich seine Position

In der Diskussion um die bestmögliche und praktikabelste Umsetzung des beschlossenen Klimaschutzprogramms 2030 tauschten sich die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen mit den Vertretern der Bundesregierung und den Ministerien aus. In einer Mitteilung positionierte sich der ZVG im Anschluss deutlich und betonte nochmals, dass der Gartenbau in der laufenden Diskussion zum Klima- und Umweltschutz dringend gehört werden müsse. Die Gärtner seien nicht nur direkt von Klimaveränderungen und Umweltproblemen betroffen, sie seien vielmehr auch Teil der Lösung dieser Probleme. „Letztlich müssen die Gärtner vor Ort die Programme umsetzen und die Veränderungen gestalten“, betonte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Es nütze demnach niemandem etwas, wenn die Auflagen durch die Betriebe nicht umsetzbar seien und diese dadurch aufgeben müssen. Produkte müssten dann aus Ländern importiert werden, wo man keinen Einfluss auf die dortigen Produktionsbedingungen habe.

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Fleischer führte weiter aus, dass es für den Aufgabenkomplex, der auf den Gartenbau zukomme, keine einfache Lösung gebe. Die Zielkonflikte bei Klima- und Naturschutz sowie effizientem nachhaltigen Ressourceneinsatz müssen klar benannt und gelöst werden. Es gelte, ein Maßnahmenpaket zu finden, das aufeinander abgestimmt sein muss. Die im Klimaschutzgesetz von der Bundesregierung beschlossene CO2-Bepreisung beispielsweise werde die Gartenbauunternehmen demnach vor große Herausforderungen stellen. Die Betriebe brauchen substanzielle Kompensationsmaßnahmen und Anreize für Investitionen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Selbst die Erfolgsgeschichte des Bundesprogrammes Energieeffizienz sehe Fleischer ohne genügend Mittelausstattung gefährdet.

Chemische Wirkstoffe müssen weiterhin zur Verfügung stehen

Weitere Herausforderungen ergeben sich laut ZVG durch die neuen Regulierungen bei der Düngung. Der Verband sehe aber auch eine seit Jahren anhaltende Misere im Pflanzschutzbereich, die zudem zur Herausforderung beitrage. Der Gartenbau liefere die gewünschten heimischen Produkte für lebenswerte Städte und Kommunen. Um allerdings vermarktungsfähige Produkte zu erzeugen, müsse den Betrieben neben mechanischen, biologischen und züchterischen Maßnahmen letztendlich auch chemische Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Von besonderer Notwendig sei es, den integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln und mit einer Kombination aus biologischen, pflanzenzüchterischen sowie anbau- und kulturtechnischen Maßnahmen, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel möglichst gering zu halten.