Wirtschaft & Politik

Baumärkte verzeichnen Lieferschwierigkeiten

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Weltweit gestiegene Frachtraten, fehlende Container und Personalmangel bei der Abfertigung von Waren haben im ersten Halbjahr zu Lieferengpässen bei Rohstoffen in der Industrie geführt. Wie das ifo-Institut kürzlich in einer Umfrage herausfand, klagt nun auch der Einzelhandel über Lieferprobleme, ganz besonders betroffen seien hier Baumärkte.

Zahlreiche Container warten auf Abfertigung, was jetzt auch zu Lieferengpässen in den Baumärkten führt. Foto: Tom Fisk/ Pexels

Vielfältige Gründe für Lieferengpässe  

„Im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden“, heißt es in einer Mitteilung des ifo-Instituts. Bisher war vor allem die Industrie von Lieferengpässen bei Rohstoffen betroffen. Demnach waren vor allem Holz, Metalle und die Rohstoffe zur Herstellung von bestimmten Kunststoffen knapp (TASPO Online berichtete). Begründet wurden die Lieferengpässe zum einen durch die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, wodurch die internationalen Frachthäfen personell dünner besetzt waren und die Container daher nicht in der gewohnten Zeit abgefertigt werden konnten. Weitere Gründe für Lieferengpässe kamen durch die Havarie im Suezkanal und auch die Hafenschließung der südchinesischen Hafenstadt Yantian erschwerend hinzu.

Fast 100 Prozent der Baumärkte verzeichnet Lieferengpässe

Laut neuesten Erhebungen des ifo-Instituts klagten im September rund 74 Prozent der Einzelhändler über Lieferverzögerungen. „Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik. Zudem sind Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden“, sagt Wohlrabe. Demnach werden für den Endkunden auch deutliche Preissteigerungen zu spüren sein. Bei den Baumärkten zeigen sich aktuell die Nachwirkungen der Holzpreisrally im ersten Halbjahr 2021. Hier gaben 99 Prozent der befragten Unternehmen an, mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen zu haben.

Deutliche Preiserhöhungen im Einzelhandel zu erwarten

Als Konsequenz der Engpässe und der gestiegenen Lieferkosten nehmen jetzt auch die Einzelhändler Preiserhöhungen ins Visier. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, so der Experte des ifo-Instituts. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden“, befürchtet Wohlrabe mit Blick auf die aktuelle Situation.

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