Wirtschaft & Politik

Bayer: Wandert Gemüsesaatgut zu BASF?

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Wenn zwei fusionieren, freut sich der Dritte: Um die Kartellbehörden im Hinblick auf die geplante Monsanto-Übernahme milde zu stimmen, will sich Bayer unter anderem von seiner Gemüsesaatgut-Sparte trennen. Heißester Kaufanwärter ist Medienberichten zufolge der Chemieriese BASF, der zum großen Gewinner der Bayer-Monsanto-Transaktion werden könnte.

BASF hat offenbar Interesse am Gemüsesaatgut-Geschäft von Bayer. Foto: BASF SE

430 Millionen Euro Jahresumsatz mit Gemüsesaatgut

Bereits im vergangenen Oktober hatte der Ludwigshafener Konzern für knapp sechs Milliarden Euro den Zuschlag für wesentliche Teile von Bayers Saatgut- und Herbizid-Geschäft erhalten. Jetzt könnte Brancheninsidern zufolge auch noch der Bereich Gemüsesaatgut an BASF wandern. Entsprechende Kaufverhandlungen mit Bayer sollen bereits laufen, wie unter anderem das Handelsblatt berichtet.

Sein Gemüsesaatgut-Geschäft wickelt das Leverkusener Unternehmen über seine niederländische Tochterfirma Nunhems ab, die Saatgut für 25 verschiedene Gemüsekulturen verkauft und einen Jahresumsatz von rund 430 Millionen Euro erwirtschaftet. Entsprechend bewerten Börsenkenner den Geschäftsbereich mit etwa 1,5 Milliarden Euro.

Bayer bietet Kartellbehörden Verkauf an

Den Verkauf der rentablen Sparte hatte Bayer laut Handelsblatt von sich aus den Kartellbehörden angeboten, um den Weg für die Übernahme des US-amerikanischen Saatgut-Riesen Monsanto freizumachen. Auch die Trennung von Teilen seines Saatgut- und Herbizid-Geschäfts im vergangenen Herbst war vor diesem Hintergrund erfolgt.

Und noch einen weiteren Bereich könnte sich BASF zukünftig sichern. Wie das Börsenmagazin Der Aktionär schreibt, wollen die Aufsichtsbehörden Bayer zudem dazu verpflichten, seine Digital-Farming-Plattform für einen weiteren Mitbewerber zugänglich zu machen. Begründet wird dies mit dem Vorsprung, den Monsanto bei der Entwicklung einer „Betriebssoftware“ für Landwirte bereits habe.