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BdB-Tagung in Goslar: Mitglieder ermächtigen Präsidium

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„Die Mitgliedervertreterversammlung ermächtigt das Präsidium, den Austritt aus dem Zentralverband Gartenbau zu vollziehen.“ So lautet die Beschlussempfehlung, abgestimmt am 10. Januar auf der Wintertagung des Bunds deutscher Baumschulen (BdB) in Goslar.

Bei der Wintertagung in Goslar wurde unter anderem über einen möglichen Austritt des BdB aus dem ZVG abgestimmt. Foto: Heike Hoppe

Das heißt zwar nicht, dass der BdB den Zentralverband Gartenbau (ZVG) bereits verlassen hätte. Es bedeutet aber, dass das BdB-Präsidium die Möglichkeit hat, gegebenenfalls so zu entscheiden.

Fehlende Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Bei der internen Abstimmung der Mitgliedervertreterversammlung erhielt das Präsidium mit 85 Prozent ein „starkes Mandat“, so Markus Guhl, Geschäftsführer des BdB: 80 der Anwesenden stimmten mit Ja, 14 mit Nein und zwei enthielten sich.

Vor allem bemängelt man die fehlende Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Letzter Auslöser waren die Unstimmigkeiten zwischen BdB und ZVG vor allem bezüglich der Vorgehensweise in der Frage der Entschädigung von Baumschulen im Falle des Auftretens von Quarantäneschädlingen.

Beschlussfassung „unaufgeregt und sachlich“

In den Landesverbänden des BdB war in den vergangenen zwei Monaten diskutiert worden, wie man mit den eigenen Forderungen und der weiteren Zusammenarbeit mit dem ZVG verfahren soll. Das Ergebnis war die Beschlussfassung – die, wie BdB-Pressesprecherin Julia Peters betont, „unaufgeregt und sachlich“ war.

Andreas Huben, Schatzmeister des BdB, betont, man wolle nicht zurücksehen, sondern in die Zukunft blicken. Sowohl BdB-Präsident Helmut Selders wie auch Guhl und Huben hoben hervor, dass man sich keinesfalls aus dem Wesen des Deutschen Gartenbaus lösen wolle und dass es weiter eine Zusammenarbeit auch mit dem ZVG geben werde. „Wir werden zeitnah das Gespräch mit dem ZVG suchen“, so Guhl. Ein Austritt ist frühestens Mitte des Jahres möglich.

ZVG reagiert mit Bedauern auf BdB-Entscheidung

Der Zentralverband Gartenbau äußerte in einer umgehend herausgegebenen Stellungnahme sein Bedauern über die Entscheidung des BdB, auch wenn diese sich bereits im Vorfeld der Wintertagung in Goslar angedeutet habe, wie es heißt.

„Wir sind der Überzeugung, in den vergangen Jahren auch für die Baumschulen eine gute und effiziente Arbeit auf EU-, Bundes- und Landesebene geleistet zu haben. Wenn der BdB jetzt zu einer anderen Bewertung kommt und auf die Leistungen des ZVG und seiner Landesverbände verzichten will, müssen wir das akzeptieren. Gleichwohl glaube ich nicht, dass dieser Schritt für das Standing der gesamten Gartenbau-Branche, insbesondere auf der politischen Bühne, hilfreich ist“, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Wie der ZVG betont, sei es nicht in seinem Sinne, „das Band zwischen den Baumschulbetrieben, dem ZVG und den Gartenbau-Landesverbänden zu zerschneiden.“ Vielmehr sei der Verband bestrebt, den Baumschulen auch in Zukunft „die Kompetenz des ZVG und seiner Landesverbände“ zur Verfügung zu stellen.

BdB wollte ZVG-Mitgliedschaft bereits 2010 kündigen

Die BdB-Mitgliedschaft im ZVG stand 2010 schon einmal auf der Kippe. Seinerzeit hatte der Bund deutscher Baumschulen „vorsorglich“ seinen Austritt zum Jahresende erklärt, die Kündigung nach einem Vier-Augen-Gespräch der beiden damaligen BdB- und ZVG-Präsidenten, Karl-Heinz Plum und Heinz Herker, allerdings wieder zurückgezogen.

Plum und Herker hatten sich seinerzeit auf ein Fünf-Punkte-Programm geeinigt, das unter anderem vorsah, die Mitgliedsbeiträge auf eine neue Basis zu stellen und die Ausgestaltung einer grünen Dachorganisation, möglichst unter Einbeziehung des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), intensiv voranzutreiben.

Mehr zur BdB-Wintertagung und der Beschlussfassung lesen Sie in der nächsten Ausgabe der TASPO.