Wirtschaft & Politik

BdB kämpft weiter um Alleen

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Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) will den Kampf um die Erhaltung der Alleen stetig weiterführen. Während der Herbstsitzung der interfraktionellen Parlamentsgruppe „Kulturgut Alleen“ in Berlin waren Verbandsvertreter als Experten geladen.

Kulturgut Alleen: Straßenbäume und Verkehrssicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, meint BdB-Präsident Helmut Selders. Foto: BdB

Verkehrssicherheitsrichtlinie hemmt Neupflanzung von Alleen

„Die Neuregelung der Verkehrssicherheitsrichtlinie RPS 2009 führt nach wie vor zu einem Verschwinden von bestehenden Alleen und hemmt in weiten Teilen die Neuanpflanzung. Daher begrüßen wir es, dass der politische Kampf um das Kulturgut Alleen mit der heutigen Sitzung weitergeführt und verstetigt wird“, erklärte BdB-Präsident Helmut Selders im Hinblick auf die Herbstsitzung.

Auf der Agenda der Tagung standen unter anderem der Beschluss der Umweltministerkonferenz vom Juni 2016, der den Bundesverkehrsminister zu einer stärkeren Rücksichtnahme auf die Alleen aufgefordert hat. Zusätzlich widmeten sich die Teilnehmer der Kartierung des deutschlandweiten Alleen-Bestandes.

„Wir messen der Parlamentsgruppe eine große Bedeutung zu. Nur wenn wir das Thema ‚Alleen‘ permanent in der öffentlichen Diskussion halten, vermeiden wir das schleichende Verschwinden dieses großen Kulturgutes aus unseren Landschaften. Denn wenn erst einmal die Säge angesetzt wird, ist es zu spät“, so Selders weiter.

Selders: Straßenbäume und Verkehrssicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Der Verbandspräsident hält es für notwendig, dass die Themen „Straßenbäume“ und „Verkehrssicherheit“ nicht gegeneinander ausgespielt werden: „Wir werden heute Abend auch über die Vereinbarkeit von Verkehrssicherheit und Straßenbäumen diskutieren. Wir wollen Lösungsansätze finden, um Straßensicherheit und Bäume am Straßenrand miteinander zu verbinden. Ein probates Mittel dazu ist unter anderem ein generelles Tempolimit in Alleen“, sagte Selders im Vorfeld der Veranstaltung.

Darüber hinaus gibt sich Selders zuversichtlich, dass mit dem zu erwartenden autonomen Fahren in einigen Jahren die heutige Diskussion ohnehin obsolet wird: „Es wäre sträflich, wenn wir heute Alleen vernichten würden, die im Rahmen von selbstfahrenden Autos in wenigen Jahren kein nennenswertes Sicherheitsrisiko mehr darstellen.“