Wirtschaft & Politik

BdB sensibilisiert Agrarausschuss für Baumschulbelange

Die Inanspruchnahme von Ausgleichsflächen (GAP-Reform), die Umsetzung der Neuordnung der Anbaumaterialverordnung (AGOZ) und die aktuelle Problematik der Reisermuttergärten: Insgesamt drei brisante Themen, für die der Bund deutscher Baumschulen (BdB) den Agrarausschuss am Mittwoch sensibilisieren wollte. 

Der BdB sensibilisierte den Agrarausschuss des Deutschen Bundestages für Baumschulbelange (v. l.): BdB-Präsident Karl-Heinz Plum und die Ausschuss-Mitglieder Cajus Cäsar, Alois Gerig, Hans-Michael Goldmann, Baumkönigin 2012 Isabel Zindler, die Ausschuss-Mitglieder Petra Crone und Dr. Kirsten Tackmann, Dr. Silvius Wodarz von der Stiftung Baum des Jahres sowie Ausschuss-Mitglied Dr. Edmund Peter Geisen. Foto: BdB

Besondere Unterstützung signalisierten die Obleute des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter dem Vorsitz von Hans-Michael Goldmann (FDP) für eine Modifikation des in der GAP-Reform für 2013 geforderten Grünflächenanteils von sieben Prozent der beihilfefähigen Hektarfläche. Hier appellierten die BdB-Vertreter – Präsident Karl-Heinz Plum, Hauptgeschäftsführer Markus Guhl und dessen Stellvertreter Helmuth Günther Schwarz – an die Ausschussmitglieder, sich für eine Ausnahmeregelung für die deutschen Baumschulbetriebe einzusetzen.

„Bleibt die bisherige Regelung bestehen, ist davon auszugehen, dass Baumschulen regelmäßig eine bis zu sieben Prozent betragende Reduzierung ihrer Kulturflächen hinnehmen müssen“, sagte Karl-Heinz Plum. Daher fordert der BdB für die Sonderkultur Baumschule eine Aussetzung dieser Vorgabe, zumindest aber eine wesentliche Verringerung des Greening-Anteils.

Auf Anregung der Vertreter des BdB und im Rahmen der aktuellen Diskussion um das Thema Grün in Städten bekam auch der Aspekt des Ökokontos als ökologisches Kompensationsinstrument für die Flächenbebauung eine neue Wertigkeit und wurde von den Obleuten des Ausschusses als relevant und wichtig eingestuft. Hier spricht sich der BdB dafür aus, Ausgleichsflächen auch im urbanen Raum zu schaffen, um die Lebensqualität in puncto Grün auch in der Stadt zu erhöhen. Das Bundesbaugesetzbuch in seiner Novellierung gibt hierfür den gesetzlichen Rahmen vor.

Anders gelagert, aber ähnlich relevant für die deutschen Baum- und insbesondere Obstbaumschulen sehen die Vertreter des BdB die Neuordnung der Anbaumaterialverordnung (AGOZ). So fordert der Verband, dass die phytosanitären Standards zukünftig in vollem Umfang denen der ehemaligen Virusverordnung (VVO) entsprechen. „Entscheidend ist, dass Regelungen geschaffen werden, die sicherstellen, dass eine Gehölzkultur im Obstsektor mit ausschließlich geprüftem Ausgangsmaterial (Unterlagen- und Veredelungsmaterial) aufgebaut und erhalten wird“, so Karl-Heinz Plum.

Um die gesetzten Ziele erreichen zu können, sei es notwendig, mittelfristig über eine ausreichende Anzahl Reisermuttergärten zu verfügen, die das gewünschte Ausgangsmaterial bereithalten. Der BdB ruft die Bundes- und Landesinstitutionen auf, hier unterstützend tätig zu werden. (bdb)