Wirtschaft & Politik

Betriebsinhaber-Beratung: neuer Erlass in Sachsen-Anhalt

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Die EU-Mitgliedstaaten sind gemäß der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verpflichtet, ein System zur Betriebsinhaber-Beratung in Fragen der Bodenbewirtschaftung und Betriebsführung einzurichten. In Sachsen-Anhalt gibt es für diese landwirtschaftliche Betriebsberatung einen neuen Beratererlass.

Der Beratererlass regelt in Sachsen-Anhalt unter anderem Anforderungen an Beratungskräfte. Foto: LLG

Kein einheitliches Beratungssystem in Deutschland

Da die landwirtschaftliche Beratung in der Kompetenz der Bundesländer liegt, gibt es in Deutschland kein einheitliches Beratungssystem, sondern unterschiedliche Möglichkeiten, wie beispielsweise staatliche Offizialberatung, Beratung durch Landwirtschaftskammern oder Beratungsringe sowie Privatberatung. Und es gibt Mischformen.

Die Betriebsberatung soll mindestens die Bereiche Greening, Cross Compliance, Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinie und Vorschriften zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln umfassen.

Weitere Beratungsinhalte können Boden- und Erosionsschutz, einheimische Eiweißproduktion, Energieeffizienz, biologische Vielfalt und Gewässerschutz sein. Dafür müssen die zuständigen Beraterinnen und Berater angemessen qualifiziert sein.

Landwirtschaftliche Betriebsberatung ist Ländersache

Die Umsetzung in den Bundesländern erfolgt unterschiedlich. In Sachsen-Anhalt ist beispielsweise die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) zuständig für Einrichtung, Funktionsfähigkeit und Weiterentwicklung des Systems der landwirtschaftlichen Betriebsberatung durch privatrechtliche Beratungskräfte.

Die landwirtschaftliche Betriebsberatung wird in Sachsen-Anhalt grundsätzlich von privatrechtlichen Beratungskräften durchgeführt. Ausgenommen hiervon sind die Aufgaben nach § 59 Abs. 2 Nrn. 1 bis 3 des Pflanzenschutzgesetzes.

Seit 13. Juni 2017 gilt in Sachsen-Anhalt EU-konform ein neuer Beratererlass (System der landwirtschaftlichen, der garten- und der weinbaulichen Betriebsberatung durch privatrechtliche Einrichtungen in Sachsen-Anhalt) sowie seit April 2017 die Verordnung über die Zuständigkeit für das System der landwirtschaftlichen Betriebsberatung durch privatrechtliche Einrichtungen.

Beratererlass regelt Auswahl privatrechtlich tätiger Beratungskräfte

Der Beratererlass regelt die Auswahl privatrechtlich tätiger Beratungskräfte auf Grundlage von Qualitätskriterien (Anforderungen an Beratungskräfte, Qualitätssicherung) und die Aufgaben der zuständigen Stelle (LLG). Geben soll es auch eine fortlaufende Veröffentlichung der ausgewählten Beratungskräfte in der „Liste privater Beratungskräfte nach Artikel 12 der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Landes Sachsen-Anhalt“.

Den Beratererlass finden Sie hier.