Wirtschaft & Politik

BGI fordert Nachbesserungen bei Corona-Maßnahmen

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In einer Meldung positionierte sich der Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) zu den beschlossenen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und fordert deutliche Nachbesserungen.

Der BGI fordert deutliche Nachbesserungen bei den beschlossenen Corona-Maßnahmen. Foto: Sabine van Erp / Pixabay

Höhe des wirtschaftlichen Schadens nicht absehbar

Die Corona-Krise hat sämtliche Teile der Grünen Branche fest im Griff, so auch die Großhändler und Importeure. Dabei haben die Großhändler vor allem mit den uneinheitlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer zu kämpfen, so der BGI. „Alle Betriebe der grünen Branche stehen vor einer ungeahnten Herausforderung, die die gesamte Lieferkette betrifft. Eine Einschätzung der Höhe des wirtschaftlichen Schadens lässt sich wohl erst am Ende der sonst umsatzstärksten Monate treffen. Er wird je nach Bundesland und Absatzkanal sehr stark differieren. Ein schlechtes Frühjahrsgeschäft lässt sich im Jahresverlauf aber nirgendwo ausgleichen“, stellt BGI Präsident Norbert Engler fest.

Bundesweit Verkauf im Blumeneinzelhandel zulassen

In einigen Bundesländern dürfen Blumen zwar im LEH in Selbstbedienung, jedoch nicht im Fachhandel oder auf dem Wochenmarkt verkauft werden. In Nordrhein-Westfalen habe sich laut BGI aber gezeigt, dass der Absatz von Blumen im Fachhandel sehr wohl zu bewerkstelligen und die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten seien. „Das führt zu einer gravierenden Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der kleinen und mittleren Einzelhändler und dem damit verbundenen Großhandel. Uns als Großhändler ist es ein wichtiges Anliegen, dass Blumen und Pflanzen als Frischware für den täglichen Gebrauch auch über alle üblichen Kanäle abgesetzt werden können. Im Moment regelt dies nicht nur jedes Bundesland individuell, sondern sogar jedes Ordnungsamt legt die Regeln anders aus. Das hilft niemandem.“ betont der BGI Präsident. „Es stehen Existenzen auf dem Spiel. Dass die Gesundheit der Bevölkerung und der Mitarbeiter und ihrer Familien an vorderster Stelle steht, ist für alle das höchste Gut. Es wäre jedoch wichtig, im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten und unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften, die Absatzwege bundesweit wieder zu öffnen und die funktionierenden Lieferketten aufrechtzuerhalten.“ Der BGI fordere daher bundesweite Reglements und unterstützt aus diesem Grund auch die Initiative der grünen Verbände für die neue Plattform www.mit-abstand-gruen.de. Dort können Verbraucher mit Hilfe ihrer Postleitzahl nach geöffneten Geschäften im Facheinzelhandel suchen, die sich zur Einhaltung umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet haben.

Lieferketten aus den Exportländern stabilisieren

Des Weiteren fordert der BGI das Aufrechterhalten von Lieferketten aus Erzeugerländern, sowie Solidarität innerhalb der Wertschöpfungskette. Bei Schnittblumen, die häufig aus Ländern in Afrika, Südamerika oder Südeuropa stammen, übernehmen die importierenden Großhändler und die Versteigerungen die Verteilfunktion im Handel. Allerdings gab es hier es Probleme mit Frachtkapazitäten, aber grundsätzlich ist das gewünschte Sortiment erhältlich und steht dem Einzelhandel zur Verfügung. „Über lange Jahre wurden Lieferketten aufgebaut und in den Erzeugerländern eine Erwerbsgrundlage für viele Arbeiter geschaffen. Wenn es hier an Absatz fehlt, werden diese empfindlich getroffen, da dort kein soziales Netz die Strukturen aufrechterhalten kann. Die im Moment niedrigen Preise und fehlende Absatzmöglichkeiten schaffen hier enorme Probleme. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Abnehmer hier nun ihre Zahlungsziele erhöhen oder Preise für Angebotsaktionen nachverhandeln wollen. Das bringt alle, die mit dem Rücken zur Wand stehen, in noch größere Schwierigkeiten.“

Unbürokratisches, der Situation angemessenes Handeln

Weiterhin weist der BGI nochmals darauf hin, dass die bestehenden finanziellen Hilfsangebote des Bundes kurzfristig eine Überbrückung darstellen, werden aber später zu einem Problem, wenn nicht grundsätzlich dafür gesorgt ist, dass für Produktion und Handel Absatzmöglichkeiten bestehen. „Wir haben auch zunehmend Rückmeldungen aus unseren Mitgliedsbetrieben, dass die Hausbanken die Bearbeitung der KfW-Kredite ohne Begründung ablehnen, obwohl der Gesetzgeber die Verfahren deutlich vereinfacht hat“, berichtet Engler. Zudem siehe der Verband ebenfalls Probleme bei fehlenden Saisonarbeitskräften aus Osteuropa. Zwar begrüße man die Einreiseregelung der Bundesregierung, allerdings stehen die Saisonkräfte vor erschwerten Ausreisemöglichkeiten in ihren Heimatländern. Auch dürfe der Warenfluss von Blumen und Pflanzen als Frischware durch eine Verschärfung der Grenzkontrollen keinesfalls beeinträchtigt werden. „In NRW sind wir über die Entscheidung von Ministerpräsident Laschet sehr froh, dass die Grenzen zu den für uns so wichtigen Niederlanden weiterhin offen sind“, betont der BGI Präsident. „In dieser Krisensituation müssen getroffene Maßnahmen immer wieder neu bewertet und dann entsprechend schnell angepasst werden.“

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie außerdem unter dem Newstag „Coronavirus“.

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