BGL-Frühjahrsumfrage: Erwartungen gebremst

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

BGL-Präsident Lutze von Wurmb verspricht kontinuierliches BGL-Engagement für mehr grün-blaue Infrastruktur und die Interessen der Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner. Foto: Paul-Phillipp Braun/ BGL

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hat seine Frühjahrskonjunkturumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Demnach werden die positiven Erwartungen durch die aktuellen politischen Umstände deutlich gebremst.

Höhere Preise erzielt

Der Ukrainekrieg belastet die Grüne Branche und bremst sämtliche Erwartungen trotz gut gefüllter Auftragsbücher. Demnach bewerten rund 88 Prozent der Befragten die Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr mit „gleich“ oder „besser“, doch auch über 12 Prozent sehen die Auftragslage als „schlechter“ an. Etwas über die Hälfte (53 Prozent) bewertet die aktuellen Erträge als ihren Erwartungen entsprechend, wohingegen es im Vorjahr noch 70 Prozent waren. Es wurden nahezu flächendeckend höhere Preise erzielt, bei privaten Gärten waren es knapp 82 Prozent der Befragten, die in diesem Bereich höhere Erträge erzielen konnten (2021: 68 Prozent). Bei Gewerbe- und Industrie-Aufträgen waren es 65 Prozent (2021: 35 Prozent) und bei beim öffentlichen Grün 62 Prozent (33,5 Prozent).

Zukunftsaussichten weniger positiv als 2021

Bei den Zukunftsaussichten zeigten sich die befragten Betriebe weniger optimistisch. Kurzfristig schätzten die Unternehmen die Situation ähnlich wie noch im Vorjahr ein, langfristig gesehen werden die Erwartungen allerdings gebremst. Bezogen auf die Branche vergaben nur noch 46 Prozent die Schulnoten 1 oder 2, 2021 waren es noch 64 Prozent. 38 Prozent vergaben eine 3 (2021: 28 Prozent) und fast 16 Prozent vergaben sogar die Schulnoten 4 bis 6, was verglichen mit dem Vorjahr eine Verdopplung ist. Bezogen auf den eigenen Betrieb vergaben 59 Prozent eine 1 oder 2 (2021: fast 70 Prozent), knapp 32 Prozent eine 3 (2021: 25 Prozent) und 9,5 Prozent die Schulnoten 4 bis 6 (2021: 5 Prozent).

„Mehr grün-blaue Infrastruktur dringend nötig“

„Angesichts der Schrecken des Ukrainekriegs, der steigenden Energie- und Materialpreise und der Nachrichten zu Inflation, Ressourcenknappheit und Zinsentwicklung teile ich die Sorgen meiner Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig beeindruckt es mich, dass ein großer Teil von ihnen zuversichtlich bleibt, gerade mit Blick auf den eigenen Betrieb – zu Recht! Denn die Jahrhundertaufgabe Klimawandel, die dringend nötige, grün-blaue Umgestaltung unserer Städte und Landschaften und die wachsende Sehnsucht der Menschen nach mehr gepflegtem Grün und Artenvielfalt im Privatgarten und öffentlichen Raum – das alles birgt auch künftig große Chancen für uns Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Deshalb setzt der BGL sein Engagement für mehr grün-blaue Infrastruktur im Interesse der Mitgliedsbetriebe auch in diesen Zeiten kontinuierlich fort: Jetzt erst recht!“, gibt sich BGL-Präsident Lutze von Wurmb kämpferisch.