Wirtschaft & Politik

Blumen aus Südamerika landen jetzt in Frankfurt

Die holländischen Behörden haben der Frachtfluglinie Lufthansa Cargo vorerst Frachtflüge von Puerto Rico (USA) nach Amsterdam untersagt. Dies bestätigte Unternehmenssprecher Michael Göntgens auf Nachfrage der TASPO. Die Fluglinie transportiert unter anderem Blumenware aus Südamerika. 

Ein Frachtraum voller Rosen: In den Tagen vor dem Valentinstag transportierten die Frachtflieger der Lufthansa Cargo rund 1.100 Tonnen Rosen nach Frankfurt. Das entspricht mehr als 30 Millionen Rosen. Foto: FRA F/CI, Lufthansa Cargo

Diese Flüge, vier pro Woche, gehen laut dem Unternehmenssprecher nun direkt nach Frankfurt. Die für Amsterdam bestimmten Sendungen werden anschließend mit dem Lkw nach Amsterdam befördert. „Die zusätzlichen Lkw-Transporte bedeuten für uns natürlich Zusatzbelastungen“, so Göntgens. Für die Empfänger der Blumen gebe es aber keine wesentlichen Beeinträchtigungen. Die Kunden seien informiert worden. Für deutsche Blumenimporteure, die über den Flughafen Frankfurt importieren, bietet die gegenwärtige Flugroute einen Zeitvorteil: Sie erhalten ihre Ware jetzt einige Stunden früher, da Frankfurt direkt angeflogen wird.

Grund für das Verbot und das Ändern der Flugroute: Die zuständige niederländische Behörde Inspectie Leefomgeving en Transport ist der Ansicht, dass die Fluggesellschaft nicht das Recht habe, Frachtflüge von Kolumbien und Ecuador nach Holland mit Zwischenstopp in den Vereinigten Staaten durchzuführen. Die Behörde hatte nach eigenen Angaben Lufthansa Cargo aufgefordert, bis spätestens 10. März diese Frachtflüge zu unterlassen oder andernfalls 40.000 Euro Strafe pro Flug zu zahlen.

Eine Untersuchung der Frachtflüge ergab nach Behördenangaben, dass Lufthansa Cargo in Kolumbien und Ecuador Fracht an Bord nehme und diese mit einem Zwischenstopp in Puerto Rico nach Holland transportiere. Puerto Rico ist ein Außengebiet unter der Hoheitsgewalt der Vereinigten Staaten.

Lufthansa Cargo habe zunächst angegeben, dass die Ladung während der Zwischenlandung in den USA importiert und dann exportiert worden sei, so die holländischen Behörden. Auf Basis des Luftfahrtvertrages zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA dürfe die Fracht ohne Erlaubnis nach Holland transportiert werden, heißt es weiter. Nach Ansicht der Behörden handelt es sich jedoch nur um eine Durchreise. Die Fluggesellschaft habe später auf Anfrage bestätigt, dass in den Vereinigten Staaten lediglich getankt und die Besatzung sowie die Flugnummer ausgewechselt worden sei. Lufthansa könne sich nach Behördenmeinung für diese Flüge jedoch nicht auf den EU-USA-Vertrag berufen. Der Transport sei laut nationaler Gesetzgebung und geltenden Luftfahrtverträgen nicht zulässig.

Der Lufthansa-Sprecher Göntgens teilte der TASPO mit: „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass der Direktflug aus Puerto Rico nach Amsterdam im Rahmen der Verkehrsrechtsvereinbarungen zwischen der EU und den USA rechtmäßig ist und haben die entsprechenden rechtlichen Schritte eingeleitet. Es handelt sich keineswegs nur um eine ,Durchreise‘, in Puerto Rico findet zum Beispiel auch Zuladung statt.“ (rh)