Wirtschaft & Politik

Blumen & Pflanzen: NL-Exporte gehen zurück

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Nicht ganz die Werte des Vorjahrs haben die niederländischen Exporte von Schnittblumen und Topfpflanzen in den ersten drei Quartalen 2018 erreicht. Das meldet aktuell die VGB, die niederländische Vereinigung der Großhändler von Zierpflanzen-Produkten in Aalsmeer, basierend auf der Exportstatistik von Floridata.

Bis einschließlich September ist der Exportwert von Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden um ein Prozent zurückgegangen. Vor allem bei Schnittblumen war ein Rückgang zu verzeichnen. Foto: Pixabay

Schnittblumen unter Vorjahresniveau

Bis einschließlich September ist demnach ein Rückgang von einem Prozent zu verzeichnen. Dennoch soll der Rekord-Exportwert von sechs Milliarden Euro bei Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden weiterhin in Sicht bleiben, wie aus neuen Erhebungen von Floridata hervorgeht. Generell sind in diesem Jahr ein Zuwachs bei Topfpflanzen und ein Rückgang bei Schnittblumen, eine Zunahme der Exporte nach Osteuropa und eine gemäßigte Verbreitung in andere Absatzländer zu melden.

Der vergangene September sei nur ein mäßiger Monat für den Export von Blumen und Pflanzen gewesen, so die VGB weiter. Bei den Schnittblumen gab es einen Rückgang von sechs Prozent. Dadurch blieb der gesamte Exportwert in diesem Segment mit 2,8 Milliarden Euro um zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Bescheidenes Plus bei Topf- und Gartenpflanzen

Mit einem bescheidenen Plus besser entwickelten sich Topf- und Gartenpflanzen. Die niederländischen Großhändler verzeichneten bis einschließlich September einen Anstieg von zwei Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Per Saldo beläuft sich der Gesamtwert der Exporte nun auf 4,6 Milliarden Euro, das sind 27 Millionen Euro oder 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das zweite Quartal in Folge fiel der Exportwert geringer aus als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die sechzehn Quartale davor gab es immer einen Anstieg. Wenn im letzten Quartal 2018 noch ein Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gelinge, erreichen die niederländischen Großhändler erneut den Rekord von sechs Milliarden Euro im Jahr. Ein realistisches Ziel, meint VGB-Direktor Matthijs Mesken.

Absatz von Blumen und Pflanzen nach Italien schrumpft

Die Top-10-Absatzländer verzeichneten im September im Vergleich zum Vorjahr fast zwei Prozent weniger Umsatz. Der größte Rückgang mit sechs Prozent wurde in Italien beobachtet. Dabei verdoppelte sich dort der Umsatz über Einzelhandelskanäle laut Hintergrundstatistik von Floridata seit 2014 auf rund 13 Prozent. Der Umsatz über die italienischen Großhändler ist aber auf 58 Prozent geschrumpft.

Diese Entwicklung sei auf die politisch instabile Situation zurückzuführen. Denn die Unsicherheit sei groß und das Vertrauen der Verbraucher nehme weiter ab. Das wirke sich entsprechend auf die Ausgaben der Konsumenten aus. Auch die komplexe Finanzsituation in Italien aufgrund der Probleme bei den Banken begrenze die Geschäfte mit Zierpflanzen-Produkten.

Außerdem war es zu heiß, lautet eine weitere Erklärung für die Zurückhaltung der Kunden in Italien und Frankreich. Das erfordere mehr Aktivitäten, um Geschäfte am Laufen zu halten. Auch hier bestätige sich der Trend zu kleineren Transaktionen mit einer höheren Frequenz, so VGB. Das bedeute auch mehr Arbeit, während gleichzeitig die Margen unter Druck stehen.

Russland und Polen stabil, Großbritannien eher schwach

Die Blumen- und Pflanzen-Exporte in verschiedene Länder scheinen sich zu normalisieren. So ist der Anstieg des Exportwerts nach Russland nun auf Kurs und liegt aktuell bei elf Prozent. In der Rangliste der Exportländer belegt Polen jetzt einen stabilen fünften Platz mit einem Plus bis einschließlich September von acht Prozent.

Aufgrund des schwachen Wechselkurses des Britischen Pfunds liegt der Rückstand bei Ausfuhren nach Großbritannien bei über zwei Prozent und die Erwartungen sind angesichts des nahenden Brexit eher schwach.