Wirtschaft & Politik

BMEL-Förderung: Verschleppung von Schadorganismen verhindern

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Immer mehr pflanzenschädigende Organismen können sich durch den weltweiten Handel und die Produktion mit Pflanzen und Pflanzenprodukten verbreiten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt daher auf die Förderung innovativer Konzepte für den Schutz der deutschen Land- und Forstwirtschaft.

Verbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft können eine Förderung durch den BMEL für Konzepte zur Bekämpfung von eingeführten Schadorganismen erhalten. Foto: Pixabay

Neue Konzepte zur Vorbeugung gesucht

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge befallen Schädlinge und Krankheitserreger weltweit rund 40 Prozent aller Nahrungspflanzen. Zur Erhaltung der Ernährungssicherheit vor dem Hintergrund des Klimawandels ist eine Bekämpfung und Eindämmung der Schadorganismen laut BMEL dringend erforderlich.

Um die deutsche Landwirtschaft und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten sind gesunde Pflanzen im Acker-, Garten- und Weinbau von besonderer Bedeutung. Die Förderung setzt daher auf innovative neue Vorhaben zur Entwicklung neuer Strategien, Diagnoseverfahren, sowie auf das Management und die Bekämpfung von Quarantäneschadorganismen.

Zu den Schädlingen, die mit infizierten Pflanzen oder Verpackungsholz nach Europa kommen, sind unter anderem das Feuerbakterium Xylella fastidiosa, der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) oder der Asiatische Moschusbockkäfer (Aromia bungii). Vor allem in der Reisezeit steigt das Risiko der Ein- oder Verschleppung durch pflanzliche Reisesouvenirs. Bereits im vergangenen Jahr warnte der Bund deutscher Baumschulen (BdB) vor grünen Urlaubsmitbringseln in Form von Pflanzen und Gehölzen aus dem Urlaubsort.

Bewusstsein für Pflanzengesundheit stärken

Während heimische Kulturpflanzen über zahlreiche Abwehrmechanismen gegenüber etablierten Schadorganismen verfügen, sind sie neuen gegenüber häufig schutzlos ausgeliefert. Durch fehlende natürliche Gegenspieler in der Natur ist eine Begrenzung auf natürliche Weise nicht möglich. „Da keine koevolutionäre Entwicklung stattgefunden hat, können die Schäden durch neue Schadorganismen in dem Gebiet, in das sie eingeschleppt wurden, deutlich größer sein, als im Ursprungsland“, so das BMEL.

Eine Förderung können Verbünde aus Wissenschaft und Wirtschaft erhalten, die laut BMEL wünschenswerterweise mit der Privatwirtschaft kooperieren. Noch bis zum 22. August 2019 (24 Uhr) sind die Projektskizzen beim Projektträger der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) einzureichen.

Die Förderung steht im Zeichen des „Internationalen Jahres der Pflanzengesundheit 2020“ durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN). Das Themenjahr soll vor allem  das Bewusstsein der Menschen für gesunde Pflanzen schaffen. Mit der Entwicklung von Verfahren zur Pflanzenschutzmittelreduzierung wird der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) der Bundesregierung unterstützt.