BMEL legt Torfminderungskonzept vor

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Zum schutz der Moorböden hat das BMEL ein neues Torfminderungskonzept vorgelegt. Foto: Wälz/ Pixabay

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat ein Maßnahmenkonzept zur Torfreduktion vorgelegt. Darin werden verschiedene Maßnahmen vorgestellt, um die beschlossene Torfminderung voranzutreiben.

Torfausstieg vorantreiben

Knapp drei Prozent der Erde besteht aus Moorböden, doch ist ihre klimatische Leistung enorm. Sie speichern weltweit mehr CO2 als sämtliche Wälder der Welt zusammen und sind somit der größte Kohlenstoffspeicher der Erde. Wird Torf in den Mooren abgebaut, wird das Treibhausgas CO2 innerhalb kürzester Zeit wieder freigesetzt. Somit trage die Verwendung von torfbasierten Erden zur Klimaerwärmung bei, weshalb das BMEL dazu aufruft, auf Torf zu verzichten und damit Moore zu schützen. Im Torfminderungskonzept der Bundesregierung ist demnach vorgesehen, die Verwendung von Torf im Hobbybereich bis 2026 zu beenden. Der Erwerbsgartenbau soll den Torfanteil bis 2030 „weitgehend reduziert“ werden. „Der Zeitplan entspricht dabei den Vorgaben des Klimaschutzprogramms 2030“, sagt Landwirtschaftsminister Cem Özdemir im Vorwort zum vorgelegten Konzept.

Zentrale Punkte des Konzepts

Wenn der Torfverbrauch also reduziert werden soll, ist Ersatz dafür von Nöten, weshalb die Entwicklung von Alternativen ein zentraler Aspekt der Maßnahmen zur Torfminderung ist. Das BMEL fördert deutschlandweit Projekte, in denen Betriebe intensiv dabei unterstützt werden, auf torfreduzierte Substrate umzustellen. Darüber hinaus sollen Fachstellen eingerichtet werden, die Gartenbaubetriebe während der gesamten Umstellungsphase individuell begleiten. Zudem wolle man die Erforschung von ökonomisch konkurrenzfähigen Lösungen zum vollständigen Torfersatz voranbringen, Modell- und Demonstrationsvorhaben zum langfristen Torfersatz ermitteln und Fach- und Verbraucherinformation zu den Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Torfersatz vorlegen.

Austausch mit Grüner Branche

Es wurden Gesprächsrunden mit Vertretern der einzelnen Sparten des Gartenbaus, den Substratherstellern, den Absatzmittlern von Blumenerden, der Umweltseite und Verbänden durchgeführt. Vorrangiges Ziel sei es hier, eine einvernehmliche, freiwillige und miteinander abgestimmte Vorgehensweise zur Verringerung der Torfanteile in Kultursubstraten und Blumenerden zu ermöglichen und die Branche zu animieren, eigene Lösungsansätze zu finden. Die Gespräche sollen einmal jährlich, gegebenenfalls auch in Form einer spartenübergreifenden Tagung, stattfinden. Als ersten Erfolg werte man den Vorstoß des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), der in einer Selbstverpflichtungserklärung seine Mitglieder zur Nutzung von vorrangig torffreien Erden aufruft. Das komplette Maßnahmenkonzept zur Torfminderung kann unter diesem Link beim BMEL heruntergeladen werden.