Wirtschaft & Politik

BMEL plant 2020 Landwirtschaftszählung

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium plant, im kommenden Jahr eine Landwirtschaftszählung durchzuführen. Dabei sollen auch Gartenbau-Betriebe erfasst werden. Ob die Erhebung tatsächlich stattfindet, wird voraussichtlich diesen Juni entschieden.

2020 plant das Bundeslandwirtschaftsministerium eine neue Landwirtschaftszählung, bei der auch Gartenbau-Betriebe ab einer bestimmten Größenordnung erfasst werden sollen. Foto: highwaystarz/Fotolia

Verlässliche Zahlen „faktenbasiert, nicht geleitet von Stimmungen“

Als generelle Voraussetzung für die geplante Landwirtschaftszählung 2020 hat das Bundeskabinett auf Bestreben von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in seiner Sitzung am 27. Februar eine Änderung des Agrarstatistikgesetzes auf den Weg gebracht.

„Umfassende, verlässliche und aktuelle Zahlen zu den Strukturen unserer landwirtschaftlichen Betriebe zu haben, ist entscheidend“, sagt Klöckner. Sie seien unerlässliche Basis, „um zielgerichtete Entscheidungen zu treffen sowie insgesamt einen guten politischen Rahmen für die Branche zu setzen. Faktenbasiert, nicht geleitet von Stimmungen.“

Auch Gartenbau bei Landwirtschaftszählung auskunftspflichtig

Sollte die Landwirtschaftszählung im kommenden Jahr – zehn Jahre nach dem letzten Agrarzensus – tatsächlich stattfinden, werden laut Bundeslandwirtschaftsministerium auch Gartenbau-Betriebe erfasst, die mindestens:

  • 0,5 Hektar Baumschul- oder Obstfläche
  • 0,5 Hektar Gemüse- oder Erdbeerfläche im Freiland
  • 0,3 Hektar Blumen- oder Zierpflanzenfläche im Freiland
  • 0,1 Hektar Fläche unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen
  • 0,1 Hektar Produktionsfläche für Speisepilze

bewirtschaften.

Bei der Landwirtschaftszählung 2020 handelt es sich um eine Erhebung mit Auskunftspflicht und wie schon bei der Agrarstrukturerhebung 2016 gilt die Online-Meldepflicht, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Nachfrage der TASPO erklärt. Das bedeute, dass die befragten Betriebe ihre Angaben per Online-Fragebogen an das Statistische Amt des jeweiligen Landes übermitteln sollen.

Statistikämter von Bund und Ländern arbeiten eng zusammen

Bei der Erhebung der Daten werden die Statistischen Ämter der Länder und das Statistische Bundesamt eng zusammenarbeiten, so das Bundeslandwirtschaftsministerium weiter. „Während die technische und methodische Organisation und Koordination der Erhebung beim Statistischen Bundesamt zusammen mit den Statistischen Ämtern der Länder erfolgen, gehören die Datengewinnung und die Aufbereitung der Länderergebnisse zu den Aufgaben der Statistischen Ämter der Länder“, so ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der TASPO.

Die Erstellung des Bundesergebnisses und die Übermittlung der Ergebnisse an das Statistische Amt der Europäischen Union sei dann wiederum Aufgabe des Statistischen Bundesamts.

Welche Merkmale werden abgefragt?

Welche Merkmale konkret von den Betrieben bei der Landwirtschaftszählung 2020 erfragt werden, wird im jetzt vorliegenden Gesetzentwurf für das Vierte Gesetz zur Änderung des Agrarstatistikgesetzes festgelegt, so das Bundeslandwirtschaftsministerium.

„Ein Teil der Merkmale wird bei allen zur Grundgesamtheit gehörenden schätzungsweise rund 263.000 Betrieben erhoben (§ 27 Absatz 1), ein Teil der Merkmale nur bei rund 80.000 Stichprobenbetrieben (§27 Absatz 2)“, so ein Sprecher des Ministeriums.

Die Gestaltung der Erhebungsbögen erfolge demnach in enger Zusammenarbeit von Statistischem Bundesamt und den Statistischen Ämtern der Länder.