BOG fordert Stärkung des heimischen Obst- und Gemüseanbaus

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Der BOG hat vor der Bundestagswahl die Politik in die Pflicht genommen, den heimischen Anbau zu stärken. Foto: Green Solutions

Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) hat einen Forderungskatalog mit acht Punkten an die Politik gerichtet, in dem vor der Bundestagswahl eine Stärkung des heimischen Obst- und Gemüseanbaus gefordert wird.

Beitrag zur Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft

Betrachtet man die gesamte landwirtschaftliche Anbaufläche in Deutschland, ist der prozentuale Anteil des Obst- und Gemüseanbaus zwar vergleichsweise gering, der Beitrag zur Diversität der landwirtschaftlichen Produktpalette sei allerdings enorm. Im gesamten Bundesgebiet existieren rund 7.000 Gemüse- und 5.000 Obstbaubetriebe, die etwa 30 verschiedene Obst- und 60 unterschiedliche Gemüsesorten hierzulande produzieren. Hier werden jährlich um die 3,3 Millionen Tonnen Gemüse und 1,3 Millionen Tonnen Obst geerntet. Wie der BOG unterstreicht trage der Sektor nicht nur zur Vielfalt der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft, sondern auch grundlegend zur ernährungsphysiologischen Versorgung der Bevölkerung bei. Der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse liege demnach in Deutschland bei 37 Prozent, bei Obst beträgt der Wert etwa 21,7 Prozent.

Selbstversorgungsgrad stabilisieren und erhöhen

International betrachtet sei der Markt hart umkämpft. Um sich hier behaupten zu können, müsse die Politik demnach dafür Sorge tragen, dass der heimische Anbau von Obst und Gemüse unterstützt wird, so der BOG. Der Bundesausschuss fordert daher einen politischen Fokus auf die Gestaltung der Konkurrenzfähigkeit der Betriebe. Dadurch solle der Selbstversorgungsgrad stabilisiert und zukünftig auch erhöht werden. Es gelte demnach auch, das Absenken des Selbstversorgungsgrades unbedingt zu vermeiden. Der BOG hat daher einen acht Punkte starken Forderungskatalog an die Politik gerichtet.

Die Punkte des Forderungskatalogs

  1. Stärkung eines faktenbasierten Dialogs: Der Dialog mit der Gesellschaft und den Verbrauchern über den Anbau von Obst und Gemüse müsse intensiviert werden und mit wissenschaftlichen Kenntnissen begründet werden.
  2. Gewährleistung der Pflanzengesundheit: Praxistaugliche Wirkstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten sichert das Einkommen und somit den Fortbestand der Obst- und Gemüse-baubetriebe. Daher müsse die Verfügbarkeit von entsprechenden Pflanzenschutz- und Düngemitteln gesichert werden.
  3. Verfügbarkeit von Wasser sichern: Kurze Trockenperioden können nachhaltige Schäden hinterlassen, es muss daher gesichert werden, dass ausreichend Wasser verfügbar gemacht wird, wie etwa durch die Förderung oder das Errichten von dezentralen künstlichen Wasserspeichern.
  4. Berücksichtigung der Sonderkulturen bei der CO2-Bepreisung: Durch die CO2-Bepreisung sind enorme Kosten für den energieintensiven Unterglas-Anbau entstanden. Hier müsse ebenfalls finanzielle Abhilfe geleistet werden, wie etwa durch Anreize und Förderung der Umstellung auf umweltfreundlichere und erneuerbare Energieträger.
  5. Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften gewährleisten: Handarbeitsintensive Kulturen werden auch zukünftig auf die Hilfe von Saisonarbeitskräften angewiesen sein, Einreise und Anstellung der Arbeitskräfte müsse demnach auf einem praxisgerechten und unbürokratischen Weg gewährleistet werden. Auch beim Mindestlohn sei die Wettbewerbsfähigkeit zu berücksichtigen.
  6. Stärkung der Förderpolitik für Obst und Gemüse: Die Politik müsse für finanzielle Unterstützungen bei Prämien für Hagelversicherungen und Mehrgefahrenversicherungen gewähren, um Wettbewerbsverzerrungen gegenüber europäischen Mitkonkurrenten vorzubeugen.
  7. Optimierung der Handelsbedingungen: Hier werden strenge Überwachungen und ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße gegen die verschärfte UTP-Richtlinie gefordert. Zudem wird auch eine Reglementierung des Imports von Produkten, die unter geringeren ökologischen und sozialen Standards hergestellt wurden gefordert.
  8. Förderung des Verzehrs von regionalem Obst- und Gemüse: Im letzten Punkt fordert der BOG den Verzehr heimisch erzeugten Obst- und Gemüses zu fördern. Hier könne die Empfehlung der Zukunftskommission Landwirtschaft in Form einer Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes eine Lösung sein.
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