Wirtschaft & Politik

Branche kommt nicht ohne Unterstützung aus

, erstellt von

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) positionierte sich in einer Meldung nochmals deutlich zur aktuellen Lage der Grünen Branche während der Corona-Pandemie und nahm dabei die Politik deutlich in die Pflicht. Demnach komme die gesamte Wertschöpfungskette des Gartenbaus nicht ohne wirtschaftliche Unterstützung aus.  

Der ZVG sieht die Grüne Branche vor allein nicht stemmbaren Herausforderungen und forderte die Politik auf, den deutschen Gartenbau wirtschaftlich zu unterstützen. Foto: Nattanan Kanchanaprat / Pixabay

ZVG Fordert Unterstützung für deutschen Gartenbau

Der Verband sehe die Branche von der Produktion, über den Handel bis hin zum Endverkauf vor allein nicht stemmbare Herausforderungen gestellt, ausgelöst durch die Corona-Krise und die damit einhergehenden Restriktionen der Politik. Daher komme die Grüne Branche nicht ohne die zugesicherten wirtschaftlichen Unterstützungen der Politik aus. „Unsere zentrale Forderung lautet: Unterstützung des deutschen Gartenbaus – unabhängig ob gewerblich oder landwirtschaftlich - mit nicht rückzahlbaren Fördermitteln“, erklärte ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Benötigt werden laut Verbandsmitteilung eine nicht rückzahlbare Förderung, um die laufenden Fixkosten decken zu können, die sich vor allem aus Miet- und Pachtzahlungen, Leasingraten, Kapitaldienste, Versicherungsprämien, sowohl Personenversicherungen für Unternehmer, als auch Sachversicherungen und Steuern zusammensetzen.

Kreditrahmen müssen entsprechend angepasst werden

Liquiditäts- oder Überbrückungskredite können laut ZVG zwar als kurzfristige Hilfen dienen, schlagen aber spätestens bei der Rückzahlung ins Gegenteil um. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Kredite nun verzinst oder unverzinst seien. Bei Betrachtung der Kapital- und Ertragssituation vieler Unternehmen des Gartenbaus wird deutlich, dass ein erhöhter Kapitaldienst nur schwer zu leisten sein wird. Doch nicht nur die Politik sei hier mit Maßnahmen gefragt, auch die Hausbanken werden in die Pflicht genommen. Unbürokratische Hilfen seien auch von dieser Seite her notwendig. Der ZVG spricht sich für die Verdopplung eines jeden individuellen Kontokorrentrahmens der Unternehmen aus. Um diese Forderung möglichst unproblematisch und vor allem kurzfristig zu gewährleisten, sei erneut die Politik gefragt, um mit dem Bankenverband zu sprechen. Diese Maßnahme könnte auch mit einer Bundesbürgschaft begleitet werden.

Reisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte modifizieren

Um die Versorgung mit Obst und Gemüse weiterhin gewährleisten zu können, benötigen die Betriebe dringend ausreichend Arbeitskräfte. Hier fordert der ZVG die Politik auf, vor allem im Bereich der Reisebeschränkungen der Saisonarbeitskräfte aktiv zu werden. Außerdem spricht sich der ZVG für eine Reihe von kurzfristigen Ausnahmen und Modifikationen beim Arbeitszeitgesetz und weiteren Arbeitsregelungen aus. Dazu gehört die Möglichkeit einer sozialversicherungsfreien Beschäftigung der bereits anwesenden Saisonarbeitskräfte über die derzeit vorgeschriebenen 70 Tage hinaus. Weitere Punkte betreffen eine Verlängerung der Arbeitshöchstzeit, die Anhebung der Entgeltgrenze für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung sowie die Verbesserung der Hinzuverdienstmöglichkeiten für beispielsweise Arbeitslose, Asylbewerber oder Bezieher von Kurzarbeitergeld. Als positiv hervorgehoben wird die Kurzarbeiterregelung, die eine tatsächliche Erleichterung auch für den Neustart nach Überwindung der Krise sei, vor allem für Unternehmen mit hohem Anteil an nichtfamiliären Arbeitskräften.

Cookie-Popup anzeigen