Wirtschaft & Politik

Brexit: leidet Handel mit Blumen & Pflanzen?

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Mit dem Votum der britischen Bevölkerung für den Brexit wächst die Unsicherheit im Gartenbau. Wie wird sich der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auf den Handel mit Blumen und Pflanzen auswirken?

Für die Niederlande ist Großbritannien einer der wichtigsten Exportmärkte für Blumen und Pflanzen. Foto: Royal FloraHolland

Verliert niederländischer Gartenbau durch Brexit wichtigen Exportmarkt?

Allein aus den Niederlanden importiert das Vereinigte Königreich derzeit jährlich rund 80 Prozent seiner Schnittblumen und etwa 70 Prozent seiner Pflanzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Royal FloraHolland Blumen und Pflanzen im Wert von rund 925 Millionen Euro nach Großbritannien exportiert. Damit ist der Inselstaat einer der wichtigsten Exportmärkte für den niederländischen Gartenbau.

„Die möglichen Folgen des Referendums lassen sich derzeit nur schwer beziffern“, so Lucas Vos, Geschäftsführer der Royal FloraHolland. „Wir können nur hoffen, dass wir die guten Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich fortführen können.“

Brexit: Folgen für deutschen Gartenbau nur schwer absehbar

Für den deutschen Gartenbau sind die Folgen des Brexit derzeit ebenfalls nur schwer abzuschätzen. Nach Angaben des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) ist der Umsatz der nach Großbritannien exportierten Zierpflanzen aus Deutschland zwar bereits seit einigen Jahren rückläufig. Für Obst und Gemüse aus deutschem Anbau sei der Export-Umsatz von 2014 auf 2015 jedoch stark angestiegen.

Ebenso mit Sorge betrachtet der ZVG die zu befürchtenden Auswirkungen des Brexit für die Agrar- und Umweltpolitik. „Mit Großbritannien als Mitgliedstaat der EU verlieren wir nicht nur einen gewissenhaften und innovativen Mitstreiter für Themen des Gartenbaus und der Agrarpolitik auf europäischer Ebene. Wir verlieren ebenso einen Partner der Europäischen Gemeinschaft, der unsere Werte teilt“, so ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Deutschland verliert durch Brexit verlässlichen Partner im EU-Rat

Großbritannien habe eine wettbewerbsorientierte Landwirtschaftspolitik vertreten und sei beim Thema Pflanzen- und Umweltschutz ein verlässlicher Partner Deutschlands im EU-Rat gewesen. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU werden die Karten jedoch neu gemischt und Stimmen anderer Mitgliedstaaten gewinnen entsprechend der neuen Stimmgewichtung an Kraft, so der ZVG.