Wirtschaft & Politik

Brexit: Rechtsform „Limited“ wird hochriskant

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Gartenbau-, Landschaftsbau-, Pflanzenhandels- oder Blumenhandels-Unternehmen – auch in der Grünen Branche hat sich eine ganze Reihe an Firmen für die Rechtsform der britischen „Limited“ entschieden. Angesichts des bevorstehenden Brexits möglicherweise eine riskante Wahl.

Sollte es beim Brexit keine Übergangsregelung geben, werden britische Rechtsformen wie die Limited in Deutschland nicht mehr anerkannt. Foto: Pixabay

Enormes persönliches Haftungsrisiko durch Brexit?

Wie verschiedene Handelsmedien melden, werden britische Rechtsformen wie die Limited, falls es beim Brexit keine Übergangsregelung geben sollte, in Deutschland nicht mehr anerkannt und dann wie eine OHG oder eine GbR behandelt. Das aber sind Personengesellschaften, bei denen die Gesellschafter grundsätzlich persönlich haften.

Für viele bedeutet der nahende Brexit daher ein enormes persönliches Haftungsrisiko.

Die britische Rechtsform „Limited“ war bisher attraktiv, weil sie ähnlich wie eine GmbH haftungsbeschränkt ist, jedoch mit deutlich weniger Kapital als eine GmbH und sehr schnell gegründet werden kann. Laut dem Handelsblatt gibt es bundesweit rund 30.000 Unternehmen, die diese Form gewählt haben.

Limited bislang auch mit deutschem Verwaltungssitz möglich

Durch die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU konnten Unternehmen in Deutschland bisher diese britische Rechtsform auch dann annehmen und anerkannt werden, wenn sie einen deutschen Verwaltungssitz haben.

Laut Aussagen verschiedener Experten, beispielsweise der Industrie- und Handelskammern, könnte die Politik für den Brexit theoretisch noch Übergangsfristen beschließen. Darauf zu warten, sei allerdings hochriskant. Ohne kurzfristige Sonderregelung würden alle Limiteds mit Verwaltungssitz in Deutschland über Nacht zur Personengesellschaft werden.

Umwandlung für kleine Unternehmen kaum zu stemmen

Verschont blieben nur Limiteds mit Hauptverwaltung im Vereinigten Königreich. Auf diese Unternehmen kämen allerdings andere Probleme, wie beispielsweise neue Zölle und Import-Export-Dokumentenplichten, zu.

Für die in Deutschland ansässigen Limiteds ist laut Experten eine Umwandlung in deutsche Gesellschaftsformen möglich, allerdings aufgrund von Mindestkapital-Anforderungen und hohen Notar- und Gerichtskosten kostspielig und für kleine Unternehmen kaum zu stemmen, da die Kosten auf jeden Fall im fünfstelligen Bereich lägen.

Alternativen zur Umwandlung

Wer nicht umwandeln will, sollte darüber nachdenken, seine Limited aufzulösen und eine neue Gesellschaft, beispielsweise eine deutsche UG haftungsbeschränkt, zu gründen. Dafür wird aber anwaltliche Hilfe benötigt. Ähnlich ist es, wenn man die Gründung einer Irischen Limited oder niederländischen BV als Alternative andenkt.

Mehr dazu lesen Sie in der TASPO 14/2019, die am 5. April erscheint.