Wirtschaft & Politik

Bundesverdienstkreuz für 15 Milliarden Bäume

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Mit gerade mal 20 Jahren hat Plant-for-the-Planet-Gründer Felix Finkbeiner gestern das Bundesverdienstkreuz erhalten. Damit würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das beeindruckende Engagement des jungen Mannes für den Klimaschutz.

Finkbeiner gründet Initiative mit neun Jahren

Zarte neun Jahre alt war Finkbeiner, als er im Januar 2007 den Grundstein für die Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet legte. Den Anstoß dafür hatte sein Referat zum Thema Klimakrise gegeben, das der Schüler mit dem Appell an seine Klassenkameraden „Lasst uns in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen!“ schloss.

Bis heute hat Finkbeiner mit Plant-for-the-Planet und tatkräftiger Unterstützung von Erwachsenen, Unternehmen, Organisationen und Regierungen bereits über 15 Milliarden Bäume in insgesamt 193 Ländern gepflanzt. Als Ziel hat sich die Klimaschutz-Initiative gesetzt, bis 2020 weltweit eine Billion –also tausend Milliarden – Bäume zu pflanzen und durch deren Filterwirkung zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen beizutragen.

Bundesverdienstkreuz ist schön, aber ...

Die feierliche Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gestern im Schloss Bellevue nutzte Finkbeiner, um insbesondere sein Heimatland Deutschland noch einmal für die Ziele seiner Klimaschutz-Initiative zu mobilisieren. „Es freut uns Kinder und Jugendliche, dass die Erwachsenen unser Engagement mit dieser Auszeichnung ehren und ernst nehmen. Aber lieber wäre es uns, wenn die Bundesrepublik jedes Jahr zwei Milliarden Bäume für unsere Zukunft pflanzen würde“, so Finkbeiner.

Damit könnte sich Deutschland nicht nur an die Spitze einer internationalen Waldbewegung stellen, wie der Plant-for-the-Planet-Gründer betont. Die Bundesrepublik könnte mit den gepflanzten, CO2 bindenden Bäumen zudem ihre momentanen Kohlendioxid-Emissionen von rund 900 Millionen Tonnen ausgleichen und wäre somit als erste Industrienation klimaneutral.

Plant-for-the-Planet: alle 15 Sekunden ein neuer Baum

„Es geht hier um die Zukunft von uns Kindern und Jugendlichen. Wir werden die Folgen der Klimakrise ausbaden müssen. Deswegen müssen wir jetzt handeln und die Ambitionslücke von Paris schließen“, spielt Finkbeiner auf die 2015 in der französischen Hauptstadt stattgefundene Klimakonferenz an. Denn die dort festgelegten Maßnahmen reichen dem frischgebackenen Bundesverdienstkreuz-Träger zufolge bei weitem nicht aus, um das CO2 in der Atmosphäre zu verringern und die globale Klimaerwärmung zu begrenzen.

Laut Finkbeiner müsste Deutschland die zwei Milliarden neuen Bäume in südlichen Ländern mit tropischem Klima pflanzen, um ein schnelles Wachstum der Gehölze zu gewährleisten – wie zum Beispiel auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, wo Plant-for-the-Planet auf einem von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Areal derzeit im Schnitt alle 15 Sekunden einen neuen Baum in die Erde setzt – insgesamt bereits drei Millionen.