Wirtschaft & Politik

Corona: Organisationen schätzen Verluste auf 4,21 Milliarden Euro

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Die COVID-19-Pandemie habe den Sektor und Markt für Blumen und lebende Pflanzen in der EU seit Anfang März 2020 stark beeinträchtigt und gestört. Das haben die vier Organisationen UNION FLEURS, ENA, AREFLH und COPA-COGECA, die die verschiedenen Segmente des Sektors in der EU vertreten, zum Anlass genommen und ihre Mitgliedsorganisationen in allen EU-Mitgliedstaaten zu den Auswirkungen von COVID-19 auf das Geschäft befragt. Diese Umfrage beziehe sich auf den Höhepunkt der Krise im März und April 2020.

Die Verluste des Sektors belaufen sich in den Monaten März und April in Europa auf über 4 Milliarden Euro. Grafik: UNION FLEURS/ENA/AREFLH/COPA-COGECA

Verluste belaufen sich auf rund 4,12 Milliarden Euro

Der vorliegende Erhebungsbericht biete laut Union Fleurs-Mitteilung eine erste Messung der tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 auf den Blumen- und Lebendpflanzensektor der EU insgesamt. Die für den Sektor in der gesamten EU gemeldeten Verluste erreichten im März und April 2020 in 17 EU-Ländern in den vier Teilsektoren Schnittblumen, Topfpflanzen, Blumenzwiebeln und Baumschulerzeugnisse einen geschätzten Gesamtbetrag von 4,12 Milliarden Euro. Das stelle bereits fast 10% des jährlichen Gesamtmarktwertes in der EU dar. Diese erste Schätzung zeige deutlich die brutalen Auswirkungen, die die in der gesamten EU durchgeführten Pandemie- und Sperrmaßnahmen auf den Sektor in der Hochsaison im Frühjahr hatten. Die Verluste können laut Union Fleurs nicht wieder aufgeholt werden und müssen von den Tausenden von Unternehmen des Sektors Blumen und lebende Pflanzen in der EU aufgefangen werden.

Organisationen fordern finanzielle Unterstützung von EU

In Verbindung mit dem bisherigen Fehlen einer einheitlichen und koordinierten Reaktion der nationalen Regierungen in der gesamten EU verstärkt dies die Notwendigkeit einer sinnvolleren und direkteren finanziellen Unterstützung des Sektors durch die EU. Das wurde von den vier Organisationen der EU-Kommission bei einem Treffen mit dem stellvertretenden Generaldirektor unmissverständlich und deutlich aufgezeigt. „Da die Marktsituation insgesamt noch weit davon entfernt ist, sich zu normalisieren, obwohl in den meisten EU-Ländern seit Mai die Aktivitäten wieder aufgenommen wurden, bleiben die Perspektiven für den Sektor in der gesamten EU ungewiss. Eine koordinierte finanzielle Unterstützung auf EU-Ebene wird weiterhin aktiv gefordert, auch um die Integrität des EU-Binnenmarktes zu erhalten und ein faires Betriebsumfeld in der gesamten EU zu sichern, ohne Gefahr zu laufen, dass es zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Markt kommt“, erklären die Vertreter des Sektors gemeinschaftlich.

EU weist auf nationale Unterstützungen aus EU-Fonds hin

Obwohl die Europäische Kommission klar anerkennt, dass der Blumen- und Lebendpflanzensektor der EU der am stärksten von der COVID-19-Krise betroffene Agrarsektor sei, ermutigte sie den Sektor, sich über die nationale Ebene um Unterstützung aus dem bevorstehenden EU-Fonds der nächsten Generation in Höhe von 750 Milliarden Euro zu bemühen. Laut Aussage der Kommission könne der EU-Agrarhaushalt selbst nicht mobilisiert werden, um diesen Sektor oder andere Agrarsektoren direkt zu unterstützen. Die Vertreter des Sektors betonten auch die Notwendigkeit eines eigenen Budgets für die Förderung von Blumen und lebenden Pflanzen im Rahmen des EU-Förderprogramms und forderten Investitionen in bessere Sektorstatistiken auf EU-Ebene über Produktion, Handel und Verbrauch, um eine verfeinerte kollektive Intelligenz des Sektors aufzubauen. Mit der Europäischen Kommission wurde für Ende des Jahres ein Treffen zur Bestandsaufnahme vereinbart, um die Situation mit Blick auf das gesamte Jahr 2020 zu überprüfen.

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