Wirtschaft & Politik

Dauerregen: Auswirkungen auf den Gartenbau

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Der regional immense Starkregen in den vergangenen Wochen machte auch vor dem Gartenbau nicht Halt. Tief „Alfred“ war schuld an überfluteten Straßen, Gärten, Feldern, vollgelaufenen Kellern, abgesunkenen Gräbern und geschädigten Leitungen. Aber auch an fehlenden Kunden im Endverkauf und damit Umsatzeinbußen.

Der anhaltende Starkregen hat in vielen Regionen unter anderem zu überfluteten Straßen, Gärten und Feldern geführt. Foto: William Allegre/Fotolia

Dauerregen: Friedhofsgärtner können tagelang nicht arbeiten

Besonders stark hatte es Niedersachsen getroffen. Insbesondere im Harz sind extreme Niederschlägen gefallen. Im Landkreis Goslar wurde der Katastrophenalarm ausgelöst.

„Der Dauerregen hat den Betriebsablauf massiv beeinflusst“, erklärte daher auch Armin Kalbe von der Friedhofsgärtnerei in Goslar im Gespräch mit der TASPO. „Unsere Mitarbeiter konnten an zwei Tagen nicht arbeiten. Der Kundenverkehr war eingeschränkt und auf dem Friedhof gibt es zahlreiche Einsenkschäden bei den Gräbern.“

Schadensmeldungen im Garten- und Landschaftsbau

Auch im Garten- und Landschaftsbau-Betrieb von Andreas und Matthias Knorr in Goslar melden sich Bürger mit Schäden und es werden Angebote erfragt. „Viele Gärten besonders im Innenstadtbereich standen komplett unter Wasser, Pflastersteine wurden weggespült.“ Derzeit räumen die Betroffenen erst einmal ihre Häuser auf, schätzt Knorr ein. „Unsere Arbeit ist danach erst gefragt.“ Ab September, vermuten die GaLaBauer.

Die Stadt Köln meldete zeitweise auch „Land unter“. Die Friedhofsgärtner verzeichneten starke Astbrüche auf mehreren Friedhöfen und auch Senkschäden bei Gräbern, die behoben werden müssen.

„Die Lage auf den Gemüsefeldern ist unterschiedlich. In bestimmten Lagen (Senken und schweren Böden) sind Kulturen ‚abgesoffen‘“, zeigt Jochen Winkhoff von der Fachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau auf.

Dauerregen verhindert termingerechtes Pflanzen und Ernten

„Die Böden sind wassergesättigt, teilweise können Bestände nicht befahren werden. Dadurch ist eine Pflanzung und Ernte nicht immer termingerecht möglich. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit machen sich Pilzinfektionen breit. So können im Spreewald die Einlegegurken im Bioanbau nicht gegen Schimmelpilze bekämpft werden. Zum Teil drohen große Verluste. Besonders leiden die empfindlichen Kulturen, wie Feldsalat und Radieschen in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt“, so Winkhoff gegenüber der TASPO.

Mehr zu den Auswirkungen des Dauerregens im Gartenbau und welche Beet- und Balkonpflanzen Regen und Hitze trotzen lesen Sie in der TASPO 31/2017, die am 4. August erscheint.