Der Großhandel und die Umwelt

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Die Podiumsdiskussionen beim Verbandstag des BGI wurden teils hitzig geführt. Foto: Iris Jachertz

Das Motto des BGI Verbandstages vom 14. September in Köln klang eigentlich relativ harmlos: „Allianzen bilden“. Doch dahinter verbarg sich jede Menge Zündstoff, der in teils emotionsgeladenen
Podiumsdiskussionen explodierte.

Kritik an deutscher Klimapolitik sorgt für Diskussionsstoff

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) zählt ihn zu den wichtigsten 50 Ökonomen in Deutschland. Und er gilt als Kritiker der deutschen Klimapolitik. Prof. Dr. Joachim Weimann von der Fakultät Wirtschaftswissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geht unter anderem mit den vorgeschlagenen Lösungen der Politik bezüglich Plastikmüllreduktion nicht konform.
Mit Verboten und Regeln wie Plastiktütenverbot oder Forderungen nach mehr Recycling lassen sich laut seiner Aussage die Probleme nicht lösen. Er untermauerte diese These mit imposanten Zahlen: Der europäische Anteil an Plastikmüll in den Weltmeeren liege nur bei verschwindend geringen 0,28 Prozent, der Verwertungsgrad von Kunststoffmüll in Deutschland bei 99,5 Prozent.
Ähnlich sieht es beim Klima aus: Deutschlands Anteil an der Weltemission liege bei zwei Prozent – das Klima wird also woanders entschieden. Prof. Dr. Weimann nannte hier zum Beispiel Indien oder China. Er fordert hierzulande eine kluge Klimapolitik, um Veränderungen zu erzwingen – und diese, so der Ökonom, muss kosteneffizient sein.

Wie grün ist die Grüne Branche?

Ein völlig anderes Meinungsbild vertraten Dr. Guido Reinhardt vom IFEU Institut in Heidelberg und vor allem ein sich kämpferisch gebender Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dr. Reinhardt fokussierte sich auf den ökologischen Fußabdruck von Schnittblumen. Die Klimagasbilanz bei ihrem Anbau variiert erheblich – je nach Anbau im Freiland oder unter Glas. Die Klimakiller sind Transport und Beheizung – in der Folge fordert Reinhardt den Einsatz erneuerbarer Energien, Transport per Schiff statt per Flugzeug und den Anbau regionaler Produkte, die (fast) ohne Heizung auskommen.
Auch Wessel fordert einen Ausbau der heimischen Produktion. Sein Wunsch geht zu Blumen, die ohne Gentechnik, Pestizide, Plastik oder Torf angebaut werden.
Wie Nachhaltigkeit im Betrieb gelebt wird, erörterte Jacco Duindam von Royal FloraHolland. Auf die Verpackung bezogen hat das Unternehmen ehrgeizige Ziele: Es setzt auf den Einsatz von mehr Mehrweg-Verpackungen, auf alternative Verpackungsmaterialien und auf 100 Prozent recyclingfähiges Material.

Gemeinsam sind wir stark!

„Klimawandel, Urbanisierung, Mobilität, Artensterben, Digitalisierung und Zuwanderung liefern uns viele Gründe für Kooperationen“, sagt Peter Menke von NED.Work. Er nannte als positive Beispiele die Initiativen „Colour your life“ vom Blumenbüro Holland (BBH), „Die grüne Stadt“ – hier finanzieren Verbände ein gemeinsames Thema – oder „Rettet den Vorgarten“ vom Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau (BGL). Er forderte dazu auf, gemeinsam laut zu werden.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der TASPO Ausgabe 38.

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