Wirtschaft & Politik

Diesel-Hardware: Nachrüstung gefördert

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Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellt seit Jahresbeginn für die nächsten zwei Jahre etwa 333 Millionen Euro für die Hardware-Nachrüstungen von leichten und schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen bereit, um die besonders von Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte zu unterstützen.

Bis zu 12.000 Euro pro Fahrzeug macht das Verkehrsministerium für die Hardware-Nachrüstung locker. Foto: sylv1rob1/Fotolia

Fördergelder für über hunderttausend Fahrzeuge

Mit den bereitgestellten Mitteln könne eine Nachrüstung von zunächst mehr als hunderttausend Fahrzeugen bis 2020 gefördert werden.

Die Kosten für eine Hardware-Nachrüstung betragen bei den leichten Fahrzeugen (2,8 bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse) 4.000 bis 8.000 Euro pro Fahrzeug, bei den schweren Fahrzeugen (3,5 bis 7,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse) je 6.000 bis 12.000 Euro.

Zuschuss je nach Betriebsgröße

Die Höhe des Zuschusses ist abhängig von der Unternehmensgröße. Pro Fahrzeug ist dieser Zuschuss bei Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen auf einen Höchstbetrag von 3.800 Euro und bei den Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen auf einen Höchstbetrag von 5.000 Euro bei einer Antragstellung bis zum 31. Mai 2019 beziehungsweise auf einen Höchstbetrag von 3.000 Euro beziehungsweise 4.000 Euro bei einer Antragstellung ab dem 1. Juni 2019 begrenzt.

Förderberechtigt sollen Fahrzeughalter mit gewerblich genutzten Fahrzeugen der Klassen N1 und N2 mit einer zulässigen Gesamtmasse von 2,8 bis 7,5 Tonnen sein, die ihren Firmensitz in einer der 65 von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte mit einem Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert von mehr als 40 Mikrogramm pro Kubikmeter haben oder angrenzenden Landkreisen.

Darüber hinaus sollen auch die gewerblichen Fahrzeughalter, deren Firma nennenswerte Aufträge in der Stadt hat (25 Prozent oder mehr der Aufträge pro Jahr beziehungsweise 25 Prozent oder mehr des Umsatzes) förderberechtigt sein.

Nachrüstung weniger komplex

Für die Förderung muss zudem eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für die Nachrüstsysteme nachgewiesen werden. Damit werde sichergestellt, dass die Einsparziele in Höhe von bis zu 85 Prozent auch im Realbetrieb erreicht würden.

Die Nachrüstung dieser Fahrzeuge ist weniger komplex als bei den Pkw, weil es hier weniger Modellvarianten gibt und oftmals mehr Bauraum vorhanden ist, so das Ministerium. Das BMVI hat dafür technische Anforderungen erarbeitet. Die Anträge für Nachrüstsysteme können damit ab sofort beim KBA gestellt werden.

Förderanträge für die Nachrüstung leichter und schwerer Handwerker- und Lieferfahrzeuge können seit dem 1. Januar bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) gestellt werden.