Wirtschaft & Politik

DSGVO: Briefwerbung – was ist erlaubt?

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Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat im vergangenen Jahr für viel Unsicherheit bei Unternehmern gesorgt – und tut es noch. Mancher Firmeninhaber ist sich nicht sicher, ob er seinen Kundenstamm noch per Post anschreiben darf oder ob er damit gegen die DSGVO verstößt. Hier gibt es Entwarnung – zumindest für die meisten Fälle.

Für postalisch verschickte Kundenmagazine, Prospekte oder Sonderangebote benötigen Unternehmen keine Einwilligung. Der Kunde hat allerdings ein Widerspruchsrecht. Foto: Pixabay

Keine Einwilligung für Kundenmagazine und Co. notwendig

„Für den postalischen Versand von Werbung – wie Kundenmagazin, Prospekte oder Sonderangebote – benötigt man keine Einwilligung. Die DSGVO stellt hier als Rechtsgrundlage den Begriff des ‚überwiegenden berechtigten Interesses‘ zur Verfügung und im Erwägungsgrund 47 wird die Durchführung von Direktmarketing-Maßnahmen ausdrücklich als Beispiel angeführt. Dies entspricht auch der Erwartung der Betroffenen, da dies jahrelang praktiziert wurde“, beruhigt Ferdinand Solzbacher, Datenschutzberater und Geschäftsführer der SCO-Consult in Bad Honnef.

„Der Kunde hat ein Widerspruchsrecht ...“

Auf eines muss der Versender allerdings achten: „Der Kunde hat ein Widerspruchsrecht, das nicht begründet werden muss. Auf dieses Widerspruchsrecht ist er sowohl bei der ersten Erhebung der Daten als auch bei jedem einzelnen Mailing hinzuweisen“, erklärt Solzbacher. In jeden Brief gehört also der Hinweis darauf, dass Widerspruch möglich ist – und an wen der Kunde sich in diesem Fall wenden kann. Macht jemand von diesem Recht gebraucht, muss das berücksichtig werden.

Bis zu einem Jahrzehnt nach dem Kundenkontakt ist – sofern nicht widersprochen wurde – der Versand von Werbung übrigens unproblematisch. Die steuerrechtliche Aufbewahrungspflicht von Kundendaten beträgt zehn Jahre.

Einwilligung für Werbung per Telefon, Fax und Mail erforderlich

„Demnach kann man den Kunden-Adressbestand so lange auch für postalische Werbung nutzen. Es ist auf dieser Rechtsgrundlage auch möglich, ‚Fremdadress-Mailings‘ mit angemieteten Adressen durchzuführen. Hierbei muss zusätzlich die Herkunft der Adressen mitgeteilt werden und eine Speicherung der Daten darf nur bei den Kunden erfolgen, die reagieren“, so Solzbacher.

Einige Warnungen hat der Datenschutzberater aber doch noch: „Daten reiner Interessenten, für die keine Aufbewahrungspflicht besteht, sind spätestens nach zwölf Monaten zu löschen. Und für jede Art elektronischer Werbung wie Telefon, Fax und Mail benötigt man eine Einwilligung des Betreffenden.“