Wirtschaft & Politik

Elektrischer Lkw für Langstrecken-Lieferverkehr

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Umfangreiche Langstrecken-Lieferungen mit Elektroantrieb: Ein Forschungsprojekt an der RWTH Aachen soll dem elektrischen Lkw zum Durchbruch verhelfen.

Der elektrische Antrieb des LiVe1-Transporters arbeitet mit einem Antriebsmoment von 6.500 Newtonmetern. Foto: BPW

Elektrischer Lkw auf Basis der ISUZU N-Serie

Das Fahrzeug soll auf der ISUZU N-Reihe basieren und bietet ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen. Der Hersteller BPW liefert die Antriebstechnik für das Projekt, in das auch StreetScooter eingebunden ist. Der Langstrecken-Lieferverkehr ist im Hinblick auf Elektro-Fahrzeuge noch jungfräulich. Bisher sind Transporter, die nicht auf fossile Brennstoffe bauen, aufgrund begrenzter Ladefläche und Reichweite ein Fall für innerstädtischen Lieferverkehr.

„LiVe1“: Nutzlast und Kosten entscheiden

Die entscheidenden Werte sind Nutzlast und Kosten – und zwar gerechnet über die gesamte Haltedauer des Fahrzeugs. An genau diesen Parametern setzt ein Forschungsprojekt in Aachen an: Der Lehrstuhl „Chair of Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen stellte nun zusammen mit BPW Bergische Achsen sowie den Kooperationspartnern Isuzu Motors Germany, StreetScooter und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen einen elektrischen Lkw mit 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht vor.

Das Fahrzeug trägt den Namen „LiVe1“ (Akronym für: „Lebenszykluskosten-reduktion im elektrischen Verteilerverkehr durch individuell adaptierbaren Antriebstrang“) in der „Anlauffabrik“ auf dem Campus der RWTH Aachen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit durch das Programm „Erneuerbar Mobil“ gefördert. Ein Baukastenkonzept soll die Entwicklung und Fertigung beschleunigen und die Lebenszykluskosten senken.

6.500 Newtonmeter auf der Antriebsachse: E-Motor statt Dieselmotor

Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zu den herkömmlichen Fahrzeugen der ISUZU N-Serie erkennbar. Logischerweise fehlt der E-Variante der Dieselmotor unter der Haube. Stattdessen setzt der Lkw auf die elektrische Antriebsachse „eTransport“, geliefert durch BPW. Sie baut auf ein Drehmoment von 6.500 Newtonmetern und befindet sich derzeit in der Vorserienerprobung, wobei der Antrieb bereits Anfang 2019 zum Einsatz kommen soll. Die Firma Paul Nutzfahrzeuge rüstet damit kommunale Spezialfahrzeuge von Diesel- auf Elektroantrieb um.
An der Erhöhung der Leistung auf 22.000 Newtonmeter arbeitet BPW bereits – Maximallast: 26 Tonnen.