Wirtschaft & Politik

Energieeffizienz: großes Sparpotenzial im Gartenbau

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stellen auf der IPM das neue Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz vor. Im TASPO Interview spricht BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden über Einzelheiten und erste Kritikpunkte am Förderprogramm.

BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden. Foto: BLE

Das Programm ist erst vor rund drei Wochen gestartet. Wie sind die Resonanzen bisher? Und in welchen Bereichen tauchen die meisten Fragen und Kontakte auf?

Wir haben viele konkrete Nachfragen zu einzelnen Fördermöglichkeiten. Die ersten Anträge sind bereits bei der BLE eingegangen. Da bei der systemischen Optimierung und Neubauten eine Beratung für eine Zuwendung erforderlich ist und diese ebenfalls gefördert werden kann, liegen bisher vor allen Dingen Anträge für Zuwendungen, Beratungen und Einzelmaßnahmen vor.
Die einfache Abwicklung für die Zuwendungen von Einzelmaßnahmen wird von den Antragstellern besonders gelobt. Aber es liegt auch bereits ein Antrag für den Neubau eines energieeffizienten Gewächshauses vor.

Was versprechen Sie sich von der IPM, und wie gewichten Sie diese Fachmesse?

Die IPM ist für die Gartenbauer die zentrale Messe. Sie hat dadurch einen hohen Stellenwert für die weitere Bekanntmachung des Programms. Daher sind BLE-Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Bundesprogramms Energieeffizienz am Messestand des BMEL vertreten, um Fragen direkt vor Ort zu klären.

Warum stellt das Programm gerade die Zielgruppe Gartenbau besonders in den Fokus?

Wenn wir die Entwicklungen der Projektgruppe Zukunftsinitiative Niedrigenergie-Gewächshäuser Zineg betrachten, konnte in Gewächshäusern durch verschiedene Maßnahmen wie Wärmeschutzverglasung, Optimierung der Dämmung und Klimaführung der Verbrauch an fossilen Energien um bis zu 70 Prozent gesenkt werden, ohne die Produktion und Qualität zu beeinträchtigen. Das sind beeindruckende Zahlen. Das BMEL hat das Programm Energieeffizienz gestartet, um Investitionsanreize für Unternehmen zu schaffen und die technische Modernisierung sowie Neubauten für eine energieeffiziente Produktion voranzutreiben.

Wo liegen die Schwerpunkte des Bundesprogramms?

Die Förderung erstreckt sich im Wesentlichen auf zwei Bereiche: auf Beratung und Wissensaustausch sowie auf direkte Investitionszuschüsse. Die Beratung nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein: Die Kosten für die betriebsindividuelle Beratung können bis zu 80 Prozent bezuschusst werden – unabhängig davon, ob das Unternehmen die Maßnahmen umsetzt oder nicht. Wenn das Unternehmen Zuwendungen für Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen oder Neubauten erhalten möchte, ist die vorherige Beratung durch einen von der BLE zugelassenen Sachverständigen Voraussetzung. Nur bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen besteht keine Beratungsverpflichtung. Das sind Einzeltechnologien wie Pumpen, Motoren oder LED-Beleuchtungssysteme, für die nach der Ökodesign-Richtlinie bereits klare Effizienzkriterien beschrieben sind.

Das komplette Interview mit BLE-Präsident Eiden zum neuen Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz lesen Sie in der TASPO 4/2016, die am 29. Januar erscheint.