Wirtschaft & Politik

Erbschaftssteuer: Mittelstand profitiert

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Mittelständische Betriebe können aufatmen. Mit der jetzt erzielten Einigung der großen Koalition zur Reform der Erbschaftssteuer bleiben Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten auch weiterhin von Lohnsummenprüfung und Erbschaftssteuer befreit. Bisherige Entwürfe zur Erbschaftssteuerreform hatten diese Erleichterung lediglich für Betriebe mit bis zu drei Mitarbeitern vorgesehen.

Die Koalitionsparteien haben sich jetzt auf eine Reform der Erbschaftssteuer geeinigt. Foto: bludesign/Fotolia

BGL: Reform der Erbschaftssteuer jetzt mittelstandsfreundlicher

„Grundsätzlich begrüßen wir es, dass die Bundesregierung – im Gegensatz zu den ersten Überlegungen – sich dazu durchgerungen hat, die Reform der Erbschaftssteuer jetzt doch mittelstandsfreundlicher zu gestalten und damit auch Arbeitsplätze zu sichern“, erklärt Joachim Eichner, Vizepräsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) dazu.

Unternehmen mit sechs bis 15 Mitarbeitern müssen hingegen nachweisen, dass sie eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen nach fünf Jahren erhalten haben, um in den Genuss einer ermäßigten Erbschaftssteuer zu kommen. Nach sieben Jahren und dem hundertprozentigen Erhalt der Lohnsumme entfällt die Erbschaftssteuer wie bisher ganz.

Reform der Erbschaftssteuer beinhaltet Investitionsklausel

Als positiv bewertet der BGL, dass die Neuregelung der Erbschaftssteuer eine Investitionsklausel beinhalten soll. „Demnach werden Finanzmittel, die gemäß dem vorgefassten Willen des Erblassers innerhalb von zwei Jahren nach seinem Tod für Investitionen in das Unternehmen getätigt werden, von der der Erbschaftssteuer verschont“, so Eichner.

Allerdings sei der Zeitraum von zwei Jahren, in dem eine Investition getätigt werden muss, sehr knapp bemessen, schränkt Eichner ein.

Reform der Erbschaftssteuer: Besonderheiten gartenbaulicher Betriebe berücksichtigen

Auch der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt die Einigung der Regierungskoalition zur Erbschafts- und Schenkungssteuerreform. Allerdings müssten die Besonderheiten gartenbaulicher Betriebe im Gesetzgebungsverfahren weiter berücksichtigt werden.

So müssten unter anderem Saisonkräfte bei der Ermittlung der Mitarbeiterzahl im Falle einer Lohnsteuerprüfung auch künftig unberücksichtigt bleiben. Ansonsten drohen laut ZVG für die einzelnen Betriebe „erhebliche erbsteuerliche Konsequenzen“.