Wirtschaft & Politik

EU-Liste invasiver Arten: BdB fordert Entschädigung

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Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) fordert im Namen der Produktionsbetriebe eine finanzielle Entschädigung von der EU-Kommission. Hintergrund: Der Staatenverband hatte die Staude Pennisetum setaceum auf die Liste invasiver Arten gesetzt und somit von Produktion und Verkauf ausgeschlossen.

Die EU hat nach Ansicht des BdB ihre Pflicht versäumt, die wirtschaftlichen Folgen eines Verbots der Produktion und des Verkaufs von Pennisetum setaceum einzuschätzen. Foto: hhelene/Fotolia

Neue invasive Arten: Wirtschaftliche Folgen von der EU nicht kalkuliert

„Die EU-Verordnung sieht vor, bei Aufnahme neuer Arten auf die Liste invasiver Pflanzen die wirtschaftlichen Folgen zu evaluieren. Die Wirtschaftsverbände sind aber nicht in der Lage, diese im Vorfeld zu ermitteln, da es keine statistischen Anbauverzeichnisse gibt“, argumentiert der Präsident des BdB, Helmut Selders.

Der Europaparlamentarier Karl-Heinz Florenz hatte das Anliegen des Baumschulverbands an die EU-Kommission herangetragen. „Mir ist es wichtig, die Kommission auf die Folgen der Verordnung für manche Betriebe hinzuweisen. Der Schutz vor invasiven Arten ist wichtig, darf aber nicht allein auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen werden“, sagte er. Eine Diskussion der wirtschaftlichen Folgen sei Pflicht, bevor ein solches Verbot ausgesprochen werde. Florenz und Selders rechnen mit einer Antwort der Kommission in wenigen Tagen.

ZVG: Übergangsfrist von einem Jahr soll für Verkauf und Produktion von Pennisetum setaceum gelten

In einem Interview mit TASPO Online gab Dr. Hans Joachim Brinkjans, Stellvertretender Generalsekretär des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), zu Protokoll, dass er von einem Millionenschaden für den Wirtschaftszweig ausgeht. Denn nicht nur das Lampenputzergras Pennisetum setaceum, sondern auch das Mammutblatt (Gunnera tinctoria) steht auf der Liste.

Brinkjans führte auch an, dass er sich bei einem solchen Verkaufsverbot eine Übergangsfrist von einem Jahr wünsche, damit sich die Gartenbau-Betriebe besser auf die Änderung einstellen können. „Aufgrund der Tatsache, dass Pennisetum setaceum in Deutschland nicht invasiv und nicht winterhart ist, sehen wir die Voraussetzungen für die Anwendung der einjährigen Übergangsfrist als gegeben an“, sagte der stellvertretende ZVG-Generalsekretär.