Wirtschaft & Politik

EU und Pflanzenschutz: Gartenbau befürchtet massive Probleme

Erhebliche Probleme im Pflanzenschutz vor allem bei Kleinkulturen befürchtet der Zentralverband Gartenbau (ZVG), falls der Verwertungsschutz für Zulassungsinhaber von Pflanzenschutzmitteln eingeschränkt wird. Ohne einen langfristigen Schutz fehle Unternehmen jeglicher wirtschaftliche Anreiz, für solche Anwendungen überhaupt noch Zulassungen zu beantragen, warnt der ZVG in seinem aktuellen Informationsdienst. Mit Sorge blickt er auch auf viele andere, unter anderem vom EU-Umweltausschuss vorgeschlagenen Änderungen in der Pflanzenschutz-Gesetzgebung auf EU-Ebene: Der Gartenbau sei davon massiv betroffen.

Entfalle beispielsweise die bisher mögliche vorläufige Zulassung eines Mittels, kämen neue Mittel nur mit erheblicher Zeitverzögerung auf den Markt, so der ZVG zur aktuellen Diskussion um das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Nach wie vor unterstützt der Verband zwar die Bemühungen um Riskominderung und nachhaltigen Pflanzenschutz, lehnt pauschale Mengenreduzierungen jedoch ab (wir berichteten bereits in der TASPO 30/2007). Gleiches gilt für eine explizite Verordnung zur Pflanzenschutzstatistik, die laut ZVG-Präsident Heinz Herker nur den bürokratischen Aufwand erhöhen würde. Daten ständen dank nationaler Programme wie dem Reduktionsprogramm chemischer Pflanzenschutz bereits ausreichend zur Verfügung. Auf die drohenden Entwicklungen haben besonders die Bundesfachgruppen Obstbau und Gemüsebau reagiert und einen Beirat "Moderner und nachhaltiger Pflanzenschutz" gegründet, der sich aus Vertretern aus Anbau, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammensetzt und in aktuelle Pflanzenschutz-Diskussionen einschaltet. Auch die Herbsttagung des deutschen Gemüsebaus steht ganz im Zeichen des Pflanzenschutzes"Rückstandshöchstmengen: Das Maß ist voll - und trotzdem!" heißt es provozierend am 21. bis 24. November 2007 in Magdeburg.