Wirtschaft & Politik

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Lotsen helfen bei Anerkennung

, erstellt von

Seit 1. März ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Ein wesentlicher Bestandteil ist die bereits Anfang Februar eröffnete Zentrale Servicestelle für die Berufsanerkennung (ZSBA) in Bonn, die in dem komplexen System der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland eine Lotsenfunktion für Bewerberinnen und Bewerber übernehmen wird.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll den Rahmen für eine bedarfsgerechte Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten schaffen. Foto: Pixabay

ZSBA hilft unter anderem bei der Suche nach Arbeitgebern

Dies soll vor allem den Fachkräften helfen, die sich noch im Ausland befinden und am Anfang ihrer Arbeitssuche in Deutschland stehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit. Die Servicestelle unterstützt die Fachkräfte bei der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen, informiert über regionale Beratungs- und Qualifizierungsangebote und hilft bei der Suche nach einem Arbeitgeber. Das soll die Anerkennungsstellen entlasten und die Verfahren beschleunigen.

Die ZSBA wird vier Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und ist in der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Bonn angesiedelt. Interessenten im Ausland können sich per Mail, Telefon oder Chat über das Fachkräfteportal „Make it in Germany“ melden und werden dann von Beraterinnen und Beratern der Servicestelle über das Anerkennungsverfahren weiter beraten. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht die ZSBA als Lotsen für Fachkräfte aus dem Ausland. Sie werden sie auf ihrem Weg durch das Anerkennungsverfahren bis zur Einreise nach Deutschland begleiten.

Wesentliche Neuerungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz will die Bundesregierung den Rahmen für eine zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten schaffen. Es ist zum 1. März 2020 in Kraft getreten und soll regeln, wer zu Arbeits- und zu Ausbildungszwecken nach Deutschland kommen darf und wer nicht.

Die wesentlichen Neuerungen:

  • ein einheitlicher Fachkräftebegriff, der Hochschulabsolventen und Beschäftigte mit qualifizierter Berufsausbildung umfasst
  • der Verzicht auf eine Vorrangprüfung bei anerkannter Qualifikation und Arbeitsvertrag
  • der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe bei qualifizierter Berufsausbildung
  • die Möglichkeit für Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung entsprechend der bestehenden Regelung für Hochschulabsolventen, für eine befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen (Voraussetzung: deutsche Sprachkenntnisse und Lebensunterhaltssicherung)
  • bei Vorliegen eines geprüften ausländischen Abschlusses verbesserte Möglichkeiten zum Aufenthalt für Qualifizierungsmaßnahmen im Inland mit dem Ziel der Anerkennung von beruflichen Qualifikationen, Verfahrensvereinfachungen durch eine Bündelung der Zuständigkeiten bei zentralen Ausländerbehörden und beschleunigte Verfahren für Fachkräfte

Beschäftigungsduldung kann zur Aufenthaltsgenehmigung führen

Neuerungen für Geduldete ergeben sich durch das Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung. Für diejenigen, bei denen die Ausreisepflicht nicht durchgesetzt werden kann und die durch lange Beschäftigung, deutsche Sprachkenntnisse und Gesetzestreue gut integriert sind, gibt es durch dieses Gesetz Rechtssicherheit mit einem neuen verlässlichen Status. Nach 30 Monaten und bei Vorliegen der Voraussetzungen kann diese neue Beschäftigungsduldung zu einer Aufenthaltserlaubnis führen. Zudem wird die bereits bestehende Ausbildungsduldung auf staatlich anerkannte oder vergleichbar geregelte Helferberufe ausgeweitet.

Cookie-Popup anzeigen