Wirtschaft & Politik

Fehlende Arbeitskräfte durch Corona-Reisebeschränkungen

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Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat sich mit einem Schreiben an die Bundesinnen- Bundesaußen- und den Bundesarbeitsminister gewandt, um auf das Problem der Saisonarbeitskräfte aufmerksam zu machen und möglichst schnell eine Lösung zu finden.

Die Reiserestriktionen lassen die Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften zum Problem werden. Foto: GMH

Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevanter Wirtschaftszweig

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte die Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevanten Wirtschaftszweig eingestuft. Dabei thematisierte Klöckner auch Transitregelungen, um die Einreise der Saisonarbeitskräfte zu gewährleisten. Der Gartenbau in Deutschland leiste demnach große Anstrengungen, um die Grundversorgung der Bevölkerung in der aktuellen Situation, aber auch darüber hinaus zu sichern. Zurzeit stehen für die Betriebe wichtige Pflanz- und auch die ersten Erntearbeiten vor der Tür. Die Unternehmen sehen sich dabei mit großen Herausforderungen konfrontiert, da bereits Arbeitskräfte für die saisonalen Arbeiten fehlen. Wenn die Betriebe nötige Pflanzungen jetzt nicht durchführen können, sei ein eingeschränktes Angebot bereits absehbar. „Unsere Aufgabe ist es, die Versorgung mit frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse zu gewährleisten“, betont der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Gemüse (BfG) Christian Ufen.

Große Unsicherheit durch Reisebeschränkungen

Um die Versorgung weiterhin aufrecht zu erhalten und wie gewohnt zu gewährleisten, bedarf es allerdings einiger Anstrengungen. Wie Ufen weiter ausführt, sei eines der größten Probleme die ausreichende Ausstattung mit Arbeitskräften. „Aktuell sind Saisonarbeitskräfte frühzeitiger abgereist oder können nicht anreisen“, führt der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Obstbau Jens Stechmann aus. Die Ein- und Ausreisebeschränkungen der Nachbarländer sowie wichtiger Transitstaaten ändern sich ständig und sorgen für große Unsicherheit unter allen Beteiligten laut ZVG-Mitteilung. Hier sei es aber wichtig, dass die Betriebe verlässliche Regelungen an die Hand bekommen. Damit die Saisonarbeitskräfte, die bereits im Land sind, weiterarbeiten können, fordert der ZVG außerdem eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung über die derzeit vorgeschriebenen 70 Tage hinaus.

ZVG richtet Schreiben an Bundesminister

Um eindringlich auf die Problematik und die Folgen hinzuweisen, richtete der ZVG ein gemeinsames Schreiben mit dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV), dem Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA), dem Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG), der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) und dem Deutschen Bauernverband (DBV) an den Bundesminister des Inneren Horst Seehofer und Bundesaußenminister Heiko Maas. Darin wird dringend darum gebeten, die Anreise der ausländischen Saisonarbeitskräfte sicherzustellen. Ein weiteres Schreiben richteten die Verbände an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, um darin für eine Reihe von kurzfristigen Ausnahmen und Modifikationen beim Arbeitszeitgesetz und weiteren Arbeitsregelungen zu bitten.

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.  

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